Es fehlt der Bezug zu den Tieren

Leserbrief zu „Die Augen nicht vor Quälereien verschließen“, AZ vom 22. Dezember:.

Sehr beeindruckt hat mich der Leserbrief von Franz Naber, der sich mit der industriellen Massentierhaltung kritisch auseinandersetzte. Das Angebot der Fleischstücke hinter der Ladentheke sieht wahrscheinlich sehr appetitlich aus, doch wissen wir, wo das Fleisch herstammt, wie das jeweilige Tier gehalten wurde, wie es ernährt wurde, wie es zum Schlachthof transportiert wurde und wie es getötet wurde...?

Diese ganzen Vorgänge blenden wir beim Kauf einfach aus, da wir ja auch keinen Bezug zu diesem Tier hatten. Nehmen wir einmal an, wir gehen zu einem Züchter, der Damwild verkauft. Wir bestellen eine Keule und der Züchter ruft einen Tierarzt, der ein Tier aus der Herde heraus nimmt, es fachgerecht narkotisiert und ihm ein Bein amputiert, unsere Keule. Nach Wochen kommen wir wieder an diesen Platz zurück, sehen die Herde grasen und laufen und dann: fällt uns ein Tier auf, das nur auf drei Beinen daherhumpelt... Wie fühlen wir uns bei diesem Anblick?

Hier würde uns der direkte Bezug zu unserem Kaufverhalten vor Augen geführt!

Noch anschaulicher würde es sein, wenn wir als Verbraucher einmal eine Stunde in einem Schlachthof verbringen müssten. Ich glaube, viele Menschen würden zum Nachdenken angeregt werden.

Peter Brandt,

Natendorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare