Weg in die falsche Richtung

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Der Gastronomie-Bereich im Bad Bevenser Kurpark-Zelt stellt nach Ansicht von Mike Grossmann ein Problem für die Gastronomie dar. Schuld daran seien die Entscheidungsträger der Stadt. Foto: Brütt

Zur Leser-Kritik am Gastronomiebereich im Eventzelt in Bad Bevensen (AZ vom 12. Juli) äußert sich Mike Grossmann aus Bad Bevensen:.

Kaum ist die Druckfarbe der AZ getrocknet, da hören wir schon die Stimmen der ersten „Ahnungslosen“ und ihre Zweifel an den Ausführungen des Kollegen zu den Problemen der Innenstadt. Natürlich stellt das Gastronomie-Zelt im Park nur ein Problem mit negativen Konsequenzen für Gastronomie, Handel und Dienstleistung dar. Ursächlich sind die Entscheidungen der Verantwortlichen aus Verwaltung, Kommunalpolitik, Kur-GmbH und BBM. Diese haben dazu geführt, dass Bad Bevensen als Urlaubsort seine Attraktivität verloren hat. Machen wir die Augen auf und betrachten wir die Entwicklung der letzten fünf Jahre im Stadtgebiet Bad Bevensens.

Die Umgestaltung des Kurzentrums von der Ruhezone zum Wandelgang mit Verkaufsläden und Gastronomieangeboten hat ein Gegenzentrum zur Stadt geschaffen. Der Gast wird nicht in die Stadt „geleitet“, sondern im Kurzentrum gehalten. Das Ergebnis ist nun zu sehen: Menschenleere Innenstadt, leidende Gastronomie und Einzelhandel. Es gibt Vermieter, deren Geschäftsräume teilweise seit Jahren leer stehen und die nahezu kein ernsthaftes Interesse an der Weitervermietung erfahren. Es gibt Betreiber von Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, die unter 30 Prozent Auslastung leiden und heute nicht wissen, wie sie über den Winter kommen sollen.

Wo sind die Politiker, die einen Teil der Fehlentscheidungen mitgetragen, aber längst erkannt haben, dass der eingeschlagene Weg in die falsche Richtung führt, und die den Mut haben, dies auch zu sagen? Es ist 5 vor 12! Egal welchem Verband, Verein oder politischen Fraktion die Verantwortlichen angehören: Es ist Zeit, die Augen zu öffnen und die Realität zu erkennen. Stellen Sie endlich die Weichen um und bringen Sie den Zug in Bewegung!

Die wirklichen Gründe für das Fernbleiben der Bade- und Urlaubsgäste sind wohl unstrittig die rasante Preisentwicklung, die veränderten Nutzungsbedingungen und Öffnungszeiten im Bereich der Therme, die Erhöhung(en) der Kurtaxe bei bröckelnden Vorteilspaketen für den Gast, die Störungen – insbesondere Ruhestörungen – aufgrund unendlicher Bautätigkeiten in den letzten fünf Jahren und in der Zukunft und dem Ausbau eines Gegenzentrums in der Therme.

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