AZ-Leserbrief

„Die Fakten sind eigentlich klar“

Der Ausbau der Bestandsstrecke um ein weiteres Gleis wie in Alpha-E vorgesehen, wird laut AZ-Leser Rudolf Breimeier nicht ausreichen.
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Der Ausbau der Bestandsstrecke um ein weiteres Gleis wie in Alpha-E vorgesehen, wird laut AZ-Leser Rudolf Breimeier nicht ausreichen.

Zur Diskussion um Alpha-E und dem damit verbundenen Aubau der Bestandsstrecke sowie die Alternative einer neuen Trasse schreibt dieser AZ-Leser:

Das Alpha E–Projekt wurde am 28. November 2014 von der Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann anlässlich in einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung im Bahnhof Uelzen unter dem Motto „lieber Ausbau statt Neubau“ zur Überraschung der Fachwelt der Öffentlichkeit vorgestellt.

In einer vergleichbaren Veranstaltung in Lüneburg am 7. Juli 2015 relativierte die Abgeordnete ihre vorstehende Aussage: Sollte der nach ihrem Vorschlag dreigleisige Ausbau der Strecke Lüneburg – Uelzen kapazitiv den zukünftigen Anforderungen nicht gerecht werden, sei eine zweigleisige Neubaustrecke dem alternativ erforderlichen viergleisigen Ausbau der Strecke vorzuziehen.

Herr Bischoping, damaliger Bevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für die norddeutschen Bundesländer, bekräftigte im Oktober 2015 Dialogforum in Celle diese Aussage. Nachdem die Deutsche Bahn AG im April 2019 festgestellt hat, dass der dreigleisige Ausbau zwischen Lüneburg und Uelzen „keine zielführende Lösung darstellt“, sind die Fakten eigentlich klar.

Die in einem Leserbrief der AZ vom 2. Oktober geäußerte Befürchtung, Lüneburg, Uelzen und Celle würden – vergleichbar der Situation von Elze, Alfeld Kreiensen und Northeim zwischen Hannover und Göttingen – durch eine Neubaustrecke vom Schienenpersonen-Fernverkehr abgeschnitten, ist gegenstandslos. Das nördlich Hannovers erschließbare Reisenden-Potential der Mittelstädte ist bei etwa 180 000 Einwohnern rund dreimal so groß wie südlich unserer Landeshauptstadt. Nach diesen Zahlen bleibt der IC-Stundentakt auf der Bestandsstrecke Hamburg – Hannover auch im Fall einer Neubaustrecke erhalten.

Ein Neubauprojekt in der Achse Hamburg-Hannover bietet die Möglichkeit, den bisherigen Umweg der Bestandsstrecke von 20 Kilometern zu vermeiden. Hiermit lässt sich der Deutschland-Takt mit einer Geschwindigkeit der ICE-Züge von nur 230 Stundenkilometer einhalten. Angesichts der verhältnismäßig geringen Geschwindigkeit der schnellen Züge können auch während der Tagesstunden Güterzüge auf der Neubaustrecke verkehren.

Vor rund 50 Jahren hat sich der Autor mit dem Gedanken getragen, die Durchfahrgeschwindigkeit schneller Züge in Uelzen auf 200 Stundenkilometer anzuheben. Technisch ist dieser Schritt möglich, bedeutet jedoch das Abräumen der gesamten derzeitigen Gleisanlagen und deren anschließenden Wiederaufbau in neuer Lage. Diese äußerst umfangreichen Bauarbeiten würden sich über Jahre hinziehen, müssten „unter dem rollenden Rad“ erfolgen und würden Betriebseinschränkungen mit Ausfällen auch von Personenzügen nach sich ziehen. In Lüneburg wären ähnliche Schwierigkeiten zu erwarten. Nach diesen Erkenntnissen hat der Autor Abstand von seinen Planungen genommen.

Rudolf Breimeier, Bad Bevensen

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Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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