Fakten oder Polemik?

Leserbriefe zur A 39:.

Dass Herr Otte sich genötigt fühlt, wenn etwas gegen die A 39 in der AZ erscheint, sofort wieder nachzukarten, kennt man ja schon. Inhalt ist dann egal, Hauptsache, man hält an einmal gesagtem immer wieder fest. Die „geplante Fortschreibung ab 2015“ wird am St. Nimmerleinstag kommen, die Verkehrs- und Finanzpolitiker des Bundes sind nämlich nicht so „verblendet“ wie unsere Ortshirsche hier auf dem Lande.

Dass aber die UWG sich nun unbedingt auch noch einmischen muss, das grenzt echt an Lächerlichkeit. Herr Delekat plappert nur das ganze uralte unbelegte Zeug nach, wiederholt die ganzen leeren Worthülsen von „nicht abgehängt werden“ oder die berüchtigte „vernetzte Infrastruktur mit Zukunftsregion“. Wie schön unverbaut erhalten bleiben dagegen unsere Fluren und Auen, die Roggenfelder und Wiesen, weil der Finanzierung die Luft ausgegangen ist.

Diese wunderbare frische reine Luft bleibt nun allen Bewohnern und Gästen des Landkreises erhalten, denn: Hier, im sanften Tourismus, bleiben Arbeitsplätze erhalten und neue entstehen. Wir alle erfreuen uns daran, letzlich werden es auch die Herren Otte und Delekat mit uns gemeinsam tun.

Jörg Grützmann,

Oldenburg

Den Autobahnbefürwortern in den Reihen der CDU müssen die Felle ja mächtig davon schwimmen. Dankenswerterweise hat die aus dem Landkreis Lüneburg kommende Landtagsabgeordnete der Grünen, Frau Staudte, eine Information des Bundesverkehrsministeriums verbreitet.

Das Nutzen-Kosten-Verhältnis der geplanten A 39 wird nach dem enormen Kostenanstieg mit dem Faktor 1,9 bewertet. Die Grünen betonen, dass dies der schlechteste Wert einer in der Planung befindlichen Autobahn sei und weisen nun völlig zurecht daraufhin, dass im Bundesverkehrswegeplan von einem vordringlichen Bedarf nicht mehr gesprochen werden könne.

Viele Argumente fallen dem Vorsitzenden der Kreistagsfraktion der CDU, Herrn Reese, ja wohl nicht mehr ein, wenn er nun der Landtagsabgeordneten der Grünen vorwirft, dass Sie sich hier als Lüneburgerin äußere, einer Stadt mit Autobahnanschluss. Frau Staudte ist die für diese Region zuständige Landtagsabgeordnete der Grünen. Vielen Dank für ihr Engagement in dieser leidigen Angelegenheit.

Heiner Scholing,

Bienenbüttel

Eigentlich lohnt es sich nicht, auf Leserbriefe insbesondere von Herrn Borvin Wulf zu antworten. Herrn Eckhard Niemann möchte ich aber noch einige Fakten mitteilen, damit er nicht immer wieder falsche Behauptungen aufstellt.

Eine vom Flecken Bodenteich in Auftrag gegebene Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2006 hat ergeben, dass die A 39 eine Entlastung der Ortsdurchfahrt von rund 2 500 Kraftfahrzeugen pro Tag und insbesondere eine Verringerung des Schwerlastverkehrs hervorruft.

Dies wurde bestätigt in einer gutachterlichen Stellungnahme zur Radwegeführung in der Ortsdurchfahrt L 270 in Bad Bodenteich.

Eine Realisierung der A 39 würde für den Ort eine Verkehrsentlastung von über 30 Prozent bringen. Dies sind Daten aus der damaligen Verkehrsbelastung 2006/2008. Wobei eine Verkehrsprognose hochgerechnet auf die Jahre 2019-20 von Zuwächsen im PKW-Verkehr von über 20 Prozent und LKW-Verkehr von an die 40 Prozent ausgeht.

Aus diesen Zahlen ergibt sich eindeutig, wie wichtig der Bau der A 39 für die Menschen entlang der B 4 aber auch der L 270 also für Bad Bodenteich ist.

Herr Niemann sollte sich mit realistischen Fakten auseinandersetzen, anstatt zu polemisieren.

Zur gleichen Kategorie gehört der Leserbrief von Herrn Jörg Grützmann aus Oldenburg. Ich war während meiner beruflichen Ausbildung 1 Jahr in Oldenburg als es dort noch keinen Autobahnanschluss gab. Durch meine regelmäßigen Jahrestreffen kann ich beurteilen, wie segensreich der Autobahnanschluss zur wirtschaftlichen Entwicklung dort beigetragen hat.

Claus-Dieter Reese,

Bad Bodenteich

Die Ausdauer des Herrn Borvin Wulf und des Ehepaares Niemann hat meinen Respekt, da ich (mit ihnen) in der Atomdiskussion ähnlich gewirkt habe. Ihr jetziger Versuch, durch laufende Leserbriefe eine Mehrheit zu überzeugen, die den Autobahnbau beschlossen hat, kann mich nicht überzeugen. Die Mehrheit ist nicht ganz so unwissend, wie sie seinerzeit vor Tschernobyl und Fukushima – verführt durch Lügen, Verleumdungen und Halbwahrheiten – war.

Und nun zu den Argumenten: Herr Wulf führt den immensen Landverbrauch an. Das halte ich prinzipiell für richtig. Ich wäge aber ab: Weil der zitierte Landverbrauch von 50 ha/Tag großenteils auf Flächenverbrauch für Wohn- und Industrieansiedlung zurückzuführen ist, schreckt mich diese Zahl ebenso wenig, wie das dem Brief beigefügte Bild eines Staus auf einer 3-spurigen Autobahn mit 2-spuriger Abfahrt.

Auch die Kostenverdoppelung schreckt mich nicht angesichts der Summen, die zur Zeit verbrannt werden. Es ist mir aber immer wieder peinlich, welche Fehlprognosen vorkommen, wie bei der Elbphilharmonie.

Wenn Naturschützer immer wieder auf den drohenden Verlust von Vogel- oder Kleintierarten hinweisen, fällt mir sofort der von Ihnen eingeführte Schutz für Raben, Krähen, Dohlen, Elstern und (chinesische) Kormorane ein. Hier in Jelmstorf beobachten wir wütend, wie Elstern in unserem Garten Rotschwänzchen- und andere Singvogelnester ausplündern. In Tokyo hörte und sah ich 2001 keine andere Vogelart als Dohlen und Krähen in den Parks, was ich an das Buch „Stummer Frühling“ erinnerte.

Dr. Hubertus Graf Grote,

Jelmstorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare