Leserbrief

Fair mit dem Wolf umgehen

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Was ist der richtige Umgang mit dem Wolf? Das Thema beschäftigt die AZ-Leser weiterhin. Peter Block argumentiert mit Gesetzen für einen fairen Umgang mit dem Raubtier.

Zur aktuellen Diskussion zum Umgang mit dem im Kreisgebiet heimisch werdenden Wolf schreibt Peter Block aus Uelzen:

Obwohl meines Erachtens in der Vergangenheit zu genüge alle bekannten fachlichen Argumente zum Wolfsmanagement und vom Wolf verursachte Schäden wiederholt in verschiedenen Zusammenhängen dargestellt wurden, wird eine erbitterte „Wolfshatz“ mit Vorurteilen fortgesetzt. Es wird immer wieder Angst geschürt und nach Sündenböcken gesucht. Da werden von Herrn Merz (ebenfalls in einem Leserbrief, d. Red.) „ideologisierte Tierschützer“ ausgemacht, die Tatsachen leugnen und für einen grenzenlosen Schutz des Wolfes eintreten.

Ich kenne allerdings keinen Naturschützer, der gegen ein von Experten vorgeschlagenes Wolfsmanagement wäre. Jeder, der guten Willens ist, kann im Internet viele Erfolgsbeispiele für einen fairen Umgang mit dem Wolf und den Schutz von Weidetieren finden. Auch das Fernsehen zeigt sehr objektive Beiträge, die dem Märchen vom Rotkäppchen widersprechen.

Es muss allerdings nicht zu lange gezögert werden, Vorschläge umzusetzen, damit sich zum Wohle des Wolfs und des Menschen Erfolge sichtbar werden.

Es zeichnet sich bereits ab, dass der Wahlkampf sich des Themas bedient. Herr Ulrich Merz weist ja bereits schon auf „eine finanzstarke, einflussreiche, durch Lobbyarbeit geschulte Minderheit“ hin, die er bei den „Wolfsverliebten“ vermutet. Bei Naturschützern kann ich die ganz und gar nicht orten.

Ich plädiere dafür, mit dem Wolf fair umzugehen. Jedes Tier hat das Recht auf dieser Welt zu sein. Da will ich wie Herr Merz auch auf das Grundgesetz verweisen, wo im Artikel 20a der Tierschutz als Staatsziel zugesagt wird.

Und auch die Tierhalter möchte ich in diesem Zusammenhang auf das Tierschutzgesetz verweisen, wo im § 2 steht: „Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen.“

Die Weidetierhalter können nicht erwarten, dass der Staat sie entschädigt, wenn sie ihren Pflichten nicht nachkommen. Man kann den Staat ja auch nicht für das Wetter verantwortlich machen. Sie sollten die Unterstützung des Staates dankend annehmen, die gibt es nicht in allen Ländern.

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