Thematik sollte uns wach machen

Zum Leserbrief "Gedanken zur Eurorettung", AZ vom 11. August:

Als Feriengast in Halligdorf bekam ich kürzlich den Leserbrief von Herrn K.Thiesmann - "Gedanken zur Eurorettung" -, AZ vom 11. August , zur Kenntnis.

Diese Thematik sollte uns alle besonders wach machen, geht es doch darum, ob der Fleiß und die Ersparnisse der Bürger Deutschlands mit faden-scheinigen Argumenten geopfert werden sollen für eine politische Mißgeburt 'gemeinsame Zwangswährung EURO für völlig ungleiche Volkswirtschaften'. Die bisher als alternativlos bezeichneten Rettungsmaßnahmen zu Lasten des deutschen Steuerzahlers helfen leider aber nicht den inzwischen notleidend gewordenen kleinen Leuten in Südländern der EU. Sie 'retten die Banken bzw. Großinvestoren', welche zuvor blendend verdienen konnten mit über dem Schnitt liegenden Verzinsungen von Anleihen für diese wirtschaftlich schwächeren Staaten. Die Hauptursache der sich stetig ausweitenden, welt- weiten Finanzkrise ist das Tabuthema FED. FED oder Federal Reserve heißt das Konstrukt der sogenannten US-Staatsbank. Diese wurde geschaffen mit dem Federal Reserve Act vom 21. Dezember 1913. Daraus resultierte das länderübergreifende Zentralbanken-Konzept mit dem US-Dollar als Zwangsleitwährung. Gegen Verweigerer wurde diese Finanzordnung seither mit Gewalt durchgesetzt. Auch die Auslösung des zweiten Irakkriegs könnte in diesem Kontext gesehen werden: Das Sadam-Regime hatte es 2003 gewagt, seine Erdölverkäufe auf Euro-Basis umzustellen.

Auch der Iran und Venezuela rechnen heute nicht mehr über den US-Dollar ab. Im Zusammenspiel mit der Welt- bank und dem internationalen Währungsfond dominiert der US-Dollar bislang aber die Weltfinanzordnung. Bisher fehlt in der öffent- lichen Debatte, was das FED-Konzept mit "Fiat Money" und "fraktionaler Geldschöpfung" durch die Bankenwelt bedeuten. Dem Steuerzahler und Bürger wurde der Teufelskreis des Zinseszins’, der sich aus dem FED-Prinzip ergibt, nicht verständlich gemacht. Warum? Weshalb werden nicht dringend alternative Finanzwirtschaf- ten aufge- zeigt, um diese zumindest diskutieren zu können? Abgesehen von wenigen Reden seitens Abgeordneter der Linkspartei vor dem Bundestag war von keiner anderen etablierten Partei etwas in dieser Hinsicht zu vernehmen.

Noch kann der verantwortungs- bewusste, um Aufklärung bemühte Bürger das Internet nutzen,um sich mehr Einsichten darüber zu ver- schaffen, was ihm anscheinend bewusst von interessierter Seite verschwiegen wird. Er wird folgern: Sämtliche bisherigen Ansätze zur Euro- Rettung und Regelung der Finanzkrise setzten an bei den Symptomen, insbesondere der Rettung von Banken. Auch die derzeitige Entwicklung zum ESM- und Fiskalpakt deutet dies bereits heute an. Sollte diese vom Bundesver- fassungsgericht im September erneut aufgehalten werden, so haben die ehemaligen Goldman-Sachs-Experten Draghi (jetzt Chef der Europäischen Zentralbank) und Monti (jetzt Regierungchef Italiens) ja bereits begonnen, Wege zu bahnen, dass Schrott-Staats- anleihen der südlichen EU-Pleiteländer gegen alle früheren Prinzipien von der EZB aufgekauft werden dürfen! Die EZB würde damit zu einer "Bad Bank" mutieren. Der Widerstand gegen diese Ausplünderungen, insbesondere des deutschen Steuerzahlers, ist dringend gefordert.

Dr. O.-H. Wilhelms,

Weinheim,

z.Zt. Halligdorf

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