400 Euro sind angemessen

Zum AZ-Leserbrief vom 24. 12. des Herrn Delekat: („Nein zu 241 Euro im Monat“)

Mein ehrenwertes Mitglied im CDU-Kreisvorstand und im Vorstand des CDU-Ortsverbandes Uelzen, Herr Joachim Delekat, stellt fest: „Es fehlt die genaue Kalkulation!“ Nicht etwa bei den zig Milliarden von Steuergeldern zu Sanierung unserer verzockten Banken und den Millionen von Bonizahlungen an die einzelnen Bankenzocker in den Chefetagen, sondern bei einer Spendenbescheinigung von 4000 Euro, für 80 gastfreundlich-private Übernachtungen von Künstlern, die zu Veranstaltungen der Stadt Uelzen von Frau Ute Lange-Brachmann, ehrenamtlich und persönlich, in ihrem Haus betreut, bewirtet und geschlafen haben.

Die Kulturmanagerin hatte für diese Gastfreundschaft nur um eine Spendenquittung gebeten, wie es jeder Geschäftsmann für eine Geld- oder Warenspende verlangt.

Wer schon einmal Künstler beherbergen durfte weiß, wie anstrengend, aufregend und oft chaotisch das werden kann. Zuerst vor der Veranstaltung, und dann erst recht danach. Bis sich die Künstler wieder beruhigt haben und dann ins Bett finden, können einige Stunden vergehen. Eine alte Hose wie Jacke, eine Hemden- oder Blusen-Spende ist dagegen sehr schnell eingetütet.

Recht hat Herr Delekat, wenn er ehrenamtliches Engagement gar nicht hoch genug zu schätzen weiß. Eine monatliche Entschädigungshöhe sollte nach der Berufung, Leistung und Verantwortung, sowie dem zeitlichen Aufwand bewertet werden.

So großzügig wie die Politiker die Banker mit unseren Steuergeldern durchs Hintertürchen bedienten – ohne Spendenbescheinigungen oder genaue Kalkulationen, so hoffe auch ich, dass unsere heimischen Ehrenamtlichen in Stadt und Kreis Uelzen mit Lösungsmöglichkeiten für eine faire angemessene demokratische Entschädigungshöhe bedienen werden. Monatlich bis 400 Euro halte ich für angemessen. Das sollte auch von allen Seiten der CDU und Herrn Delekat akzeptiert werden.

Bevor es für die ehrenamtliche Kulturarbeit von Frau Lange-Brachmann zu einer politischen Fehlentscheidung in der CDU-Uelzen kommt, bitte ich die Stadtväter daran zu denken: Was man hat, das hat man, und man weiß, was es kostet. Man kann alles billiger haben, nur dann ist es oft nicht mehr so schön! Und was vom Neuen zu erwarten ist – wer weiß das schon?

Hoffentlich haben wir am Ende nicht eine verkalkulierte Kalkulation zu einer ehrenamtlichen Ehrenbeamtin in der Kultur: Ute Lange-Brachmann.

Reinhard Schamuhn,

Uelzen

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