„Es erschließt sich mir nicht“

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Ebstorf boomt: 40 weitere Bauplätze sollen entstehen. AZ-Leser Wilfried Hesebeck vermisst ein klares planerisches Konzept.

Zu unserer Berichterstattung zum neuen Baugebiet in Ebstorf „Startschuss an der Hofkoppel“, (AZ vom 2. September) schreibt Wilfried Hesebeck aus Ebstorf:

Im Baugebiet „An der Hofkoppel“ wird in Kürze mit dem Bau der Häuser begonnen, schon blickt man auf neue Flächen, die zur Bebauung freigegeben werden sollen. Erstmal sollen 40 weitere Bauplätze an der Wessenstedter Straße erschlossen werden. Allerdings ist im gültigen Flächennutzungsplan diese Absicht noch nicht zu erkennen.

Das geplante Gebiet ist dort noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Der Flächennutzungsplan soll die Bauleitplanung der Samtgemeinde wiedergeben. Die Entwicklung der Samtgemeinde mit ihren Gemeinden ist dort abgebildet. Wohn-, Misch- und Gewerbegebiete sowie landwirtschaftliche Flächen mit ihren geplanten Entwicklungen werden dargestellt. Der Flächennutzungsplan soll den Bürgern Planungssicherheit geben. Die Ausweisung dieser neuen Flächen als Baugebiet lässt Zweifel an einer systematischen Entwicklung des Fleckens aufkommen. In den letzten 30 Jahren hat sich der Ortskern deutlich in Richtung Süden verlagert.

Die Baugebiete Michaelisteichweg, Im Forstland, Am Feldrain und Im Bobenwald haben zu dieser Verlagerung beigetragen. Mit dem Einkaufszentrum An der Bahn/Bahnhofstraße wurde dieser Entwicklung Rechnung getragen. Der Bahnhof ist dichter an das Zentrum des Ortes gerückt. Ein wichtiger Schritt um Ebstorf langfristig für Pendler attraktiver zu machen. Eine weitere bauliche Erschließung im Süden von Ebstorf würde genau dieser Entwicklung Rechnung tragen. Mindestens 40 weitere Bauplätze an der Wessenstedter Straße, also genau entgegengesetzt, fördert eine Zersiedelung und schafft unnötigen Flächenverbrauch. Eine Strategie ist hier nicht zu erkennen. Wenn allerdings der einzige Grund, ein Baugebiet auszuweisen, der günstige Erwerb dieser Flächen ist, so hat das wenig mit einer geordneten Planung zu tun. Vielleicht sollte man sich auch Gedanken darüber machen, warum gerade diese Fläche von landwirtschaftlicher Nutzung in bauliche Nutzung umgewandelt werden soll. Ein klares städteplanerisches Konzept erschließt sich mir nicht.

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