Erhobener Zeigefinger

Zum Bericht über die AZ-Fotoausstellung zu den Beelitzer Heilstätten

Da war er wieder: Frau Barbara Kaisers erhobener Zeigefinger.

Mit wachsendem Missmut las ich ihre Anmerkungen zur AZ-Fotoausstellung mit Bildern der Beelitzer Heilstätten von Janina Fuge.

Missmut, weil ich Frau Kaisers Hang (Zwang?) zur „political correctness“ mittlerweile doch arg ermüdend finde. Die naseweisen Belehrungen, die sie der Fotografin der Bilder, ihrer Kollegin Fuge zuteil werden lässt, gehen an der Thematik der (titellosen?) Ausstellung vorbei.

Sie klären nichts, sie erhellen nichts, sie sind bestenfalls überflüssig, schlimmstenfalls der Versuch, Frau Fuge Naivität zu unterstellen.

Tatsächlich spricht sie der Ausstellung, die sich offenbar der Frage nach der „Faszination des Morbiden“ widmet, ihre Daseinsberechtigung ab und empfindet sie als Ausdruck der Dekadenz.

Begründung: Andernorts haben die Menschen weit größere Probleme.

Das ist wohl wahr. Aber ein Argument ist es nicht, zumindest nicht in diesem Zusammenhang. Die diffizile Vielschichtigkeit menschlicher Emotionen und Sehnsüchte entzieht sich plumper Schwarz-Weiß- Malerei! Dass jede menschliche Regung, die über die nackte Existenzsicherung hinausgeht, schon dekadent sei, kann selbst Frau Kaiser nicht annehmen. Zumindest hoffe ich das, ist ihre alte Heimat doch auch die von Goethe und Schiller.

Magrit Kuhlmann-Jürs,

Bad Bevensen

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