Leserbrief

Entscheidung ohne Verstand

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Der Landkreis Uelzen muss europäische Umweltschutz-Richtlinien umsetzen. Deshalb hat der Kreistag beschlossen, Teile der Gerdau für den Kanusport zu sperren.

Zum Verbot des Kanusports auf Teilen der Gerdau (AZ vom 14. Februar) schreibt Marcus Runge aus Uelzen:

Die Politik hat ein Kanuverbot auf der Gerdau beschlossen. Wenn man sich dieses einmal im Detail anschaut wird man feststellen, dass es sich bei der Begründung um gröbsten Unfug handelt.

Im Gegensatz dazu ist den fundierten Aussagen von Erhard Jübermann unbedingt beizupflichten. Diese Aussagen würden sich sicher sehr leicht im Strömungs- bzw. Flussmodell in der Versuchshalle am Ostfalia Campus in Suderburg beweisen lassen.

Stattdessen folgt man entgegen des gesunden Menschenverstandes lieber dem Gruppenzwang der Zustimmung, um nicht als Außenseiter zu gelten oder sozial isoliert zu werden.

Es ist davon auszugehen, dass die Abgeordneten bisher noch nicht in einem Kanu gesessen und sich die Strömungsverhältnisse angeschaut haben. Ein Kanu beeindruckt die Wassertiere genauso wenig wie ein vorbeischwimmender Baumstamm. Außerdem erreicht die Spitze eines Paddelblattes nicht einmal annähernd den Grund. Eine solche Paddeltechnik, wie von der Politik angenommen, würde in kürzester Zeit zur Erschöpfung führen und wenig Vortrieb erzeugen.

Was ist eigentlich mit den Wasservögeln, die ja auch Paddelbewegungen ausüben, da müsste doch die Gerdau hermetisch abgeriegelt werden? Eine solche Abriegelung wäre auch nötig um Flussbadefreunde, Hunde und Pferde abzuhalten, die wesentlich größeren Einfluss auf das Flussbett haben.

Der Landkreis sollte anstelle sich mit solchem Unfug zu befassen, lieber mal die Flüsse endlich von umgestürzten Baumstämmen, Gestrüpp und sonstigen Hindernissen befreien.

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