Entlasten mit Umgehungen

Der Bau einer Autobahn – wie hier der A 49 bei Schwalmstadt – beschäftigt schon seit Jahren die Menschen im Kreis Uelzen – auch AZ-Leser und Sprecher der „Bürgerinitiative Hohnstorf 2011“ gegen die A 39, Reinhard Meyer aus Hohnstorf.
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Der Bau einer Autobahn – wie hier der A 49 bei Schwalmstadt – beschäftigt schon seit Jahren die Menschen im Kreis Uelzen – auch AZ-Leser und Sprecher der „Bürgerinitiative Hohnstorf 2011“ gegen die A 39, Reinhard Meyer aus Hohnstorf.

Reinhard Meyer aus Hohnstorf schreibt zum AZ-Kommentar „Eine Region in der Warteschleife“ (AZ, 13. Juni 2015):

Wie lange wird in der Region schon über die A 39 diskutiert? Wie kann es da sein, dass der Chefredakteur der AZ einen Kommentar bar jeder Faktenkenntnis dazu schreibt? Erstens hat das Bundesverkehrsministerium in seiner Antwort auf die Anfrage der Grünen keineswegs mitgeteilt, dass der Baubeginn der A 39 sich auf 2017 verschieben wird, sondern lediglich, dass vor Ende 2016 kein Abschnitt dieser Autobahn planfestgestellt sein wird. Zwischen Planfeststellung und Baubeginn aber können, wegen der zu erwartenden Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht, Jahre liegen. Im Übrigen hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Lies erklärt, dass mit dem Bau nicht begonnen wird, bevor alle Abschnitte planfestgestellt sind. Im ersten Abschnitt läuft das Verfahren bereits seit vier Jahren. Im siebenten seit vergangenem Jahr. In fünf Abschnitten hat es noch nicht einmal begonnen.

Zweitens ist die Behauptung falsch, dass die A 39 die Anwohner der Orte entlang der B 4 entlasten würde. Herr Mitzlaff, schauen Sie doch einfach mal in die frei zugänglichen Unterlagen der Lüneburger Planungsbehörde. Sie werden dort dreierlei finden. Erstens: Die A 39 ist als Transferautobahn konzipiert. Zweitens: Daher sind die Kosten, die sie verursacht, für die Region höher als der Nutzen. Drittens: Da der weitaus größte Anteil des Verkehrs auf der B 4 regionaler Verkehr ist, wird die kurzfristige Entlastung durch die Autobahn etwa 2025 schon wieder eingeholt sein und die Verkehrsbelastung dort etwa wieder auf dem heutigen Niveau liegen. Daraus folgt, dass nur Ortsumgehungen die Anwohner an der B 4 entlasten können. So erklärt sich auch der Meinungsumschwung der Melbe-cker, die jetzt ebenfalls eine Ortsumgehung fordern. Denn eines ist sonnenklar: Wenn die A 39 käme, gäbe es auf Jahrzehnte keine Ortsumgehungen mehr entlang der B 4 – schon weil die in diesem Fall zu einer Landesstraße herabgestuft werden würde. Das heißt: Die Anwohner müssten auf Dauer mit Lärm und hohem Verkehrsaufkommen vor ihrer Haustür leben. Ausgerechnet in ihrem Namen die Autobahn zu fordern, zeugt nicht gerade von Sachkenntnis.

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