Einzigartig in Deutschland

Zum Leserbrief „Wo bleibt die Archäologie?“:

Ich freue mich, dass Herr Knüppel dieses Thema aufgegriffen hat, weil der Landkreis Uelzen auch als „Archäologisches Archiv Deutschlands“ bezeichnet wird.

Der Historiker Carl von Estorff hat 1845 in seinem Buch „Heidnische Alterthümer der Gegend von Uelzen im ehemaligen Bardengau, jetzt Königreich Hannover“ diesen Namen verwendet.

Carl von Estorff und C. H. Hagen haben damals die archäologischen Denkmäler aufgesucht, zum Teil gezeichnet und damit eine erste archäologische Bestandsaufnahme durchgeführt.

Eine zweite Bestandsaufnahme wurde durch Dr. Friedrich Carl Bath 1954 - 1967 durchgeführt. Er ermittelte 6000 Fundstellen und hat dabei 50.000 km zurückgelegt, davon 20.000 km zu Fuß. Die dritte archäologische Bestandsaufnahme wurde 1984 - 1986 durch H. Hermann Müller M.A. vom Institut für Denkmalpflege in Hannover durchgeführt. Er hat 4638 obertägig sichtbare Objekte überprüft, von denen 2687 als Kulturdenkmale eingestuft wurden.

Wo in Deutschland gibt es drei Bestandsaufnahmen in einem Landkreis? Wahrscheinlich nur in Uelzen. Haben die Experten der Touristik und Politiker keine Vorstellung, wie man damit werben kann?

Landschaft und Geschichte: Rudolf Driesch und ich haben viele Jahre im Bevenser Raum Führungen gemacht. Aus Erfahrung weiß ich, dass es viele Möglichkeiten zur Werbung gibt.

Im Bevenser Raum finden sich überall Zeugen der Geschichte: Die Königsgräber bei Haaßel (3350 - 3500 v. u. Z.), 1000 Jahre älter als die Cheops-Pyramide. Die frühen Bauern bei Walmstorf, das Gräberfeld von Jastorf. Bünstorfer und Addenstorfer Heide, Teufelsstein, die Gräber am Galgenberg, Ebstorfer Klei, der Schildkern von Medingen und viele Fundstellen in der Landschaft.

Bis 1995 fuhr im Sommer die Kurbahn sonntags nach Haaßel zur Führung an den Großsteingräbern. Alles vergessen? Oder verschlafen? Und wer es noch nicht gewusst hat: Archäologisches Archiv Deutschlands! Eine ganz tolle Sache.

Friedrich Post

Bad Bevensen

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