AZ-Leserbrief

Eine Vorbildfunktion?

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Friedrich Merz gilt als einer der drei Favoriten für den CDU-Bundesvorsitz – insgesamt haben sich bislang zwölf Kandidaten beworben. 

Zu den AZ-Berichten über die Kandidatur von Friedrich Merz zum CDU-Fraktionsvorsitzenden schreibt Ingetraud Schmäcke aus Uelzen:

Friedrich Merz soll bereits einen großen Unterstützerkreis bei der CDU für den Parteivorsitz haben. Ich hoffe, die Frauen in der CDU haben nicht vergessen, dass Merz 1997 im Bundestag gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe gestimmt hat. Außerdem wollte er den Kündigungsschutz abschaffen und eine 42-Stunden-Woche für alle Arbeitnehmer.

Nicht zu vergessen, seine vielen Nebentätigkeiten unter anderem in Aufsichtsratsposten, unter anderem seit 2010 bei der britischen Bank HSBC, die inzwischen zugegeben hat, sich an den zweifelhaften Cum-Ex-Geschäften beteiligt zu haben. Angeblich hat sich die Bank von 2005 bis 2011 nicht bewusst an diesen Finanzskandal beteiligt und auch nur einen „kleinen zweistelligen Millionenbetrag“ von unseren Steuern erhalten (s. Süddeutsche Zeitung).

Auch wenn Friedrich Merz inzwischen solche Geschäfte verurteilt, immerhin musste er 2007 erst vom Bundesverfassungsgericht dazu verurteilt werden, seine lukrativen Nebeneinkünfte anzugeben.

Ich habe immer gedacht, dass Politiker vor allem in Spitzenpositionen eine Vorbildfunktion haben müssen. Ich hoffe, ich irre mich nicht.

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