Eine verschlafene Chance?

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Michel Buntenbach meint, die Stadt Bad Bevensen könnte noch mehr Nutzen aus der Zusammenarbeit mit dem Inklusionsbeirat ziehen.

Zum Thema Inklusion in der Stadt Bad Bevensen äußert sich Michael Buntenbach.

Bad Bevensen hat eine seit einigen Jahren eine sehr rührige ehrenamtlich tätige Inklusionsgemeinschaft, die mittlerweile über die Stadtgrenzen hinaus anerkannt wird. Für eine so kleine Gemeinde tut sich hier erstaunlich viel, um auch Menschen mit Handicap am Stadtgeschehen teilhaben zu lassen. So hat die Stadt seit einiger Zeit einen Inklusionsbeirat, der ebenfalls ehrenamtlich tätig ist. Mit seiner fachlichen Kompetenz berät er den Stadtrat und die Stadtverwaltung, wo immer Probleme sind, die für einige Mitmenschen nicht zu überwinden sind. Dabei geht es nicht nur um Hindernisse für Rollstuhlfahrer. Auch ausländische Mitbürger haben Probleme, zum Beispiel auf sprachlicher und kultureller Ebene, sich bei uns zurechtzufinden. Ebenso ist der Internetauftritt der Stadt nicht gut zu nutzen, da er nicht barrierefrei gestaltet ist. Diese Barrierefreiheit ist für öffentliche Webseiten nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern auch eine gesetzliche Verpflichtung.

Warum nutzt die Stadt nicht diese Chance und unterstützt den Inklusionsbeirat, um sich zu einer der führenden Gemeinden auch im Bereich der Integration von Randgruppen zu etablieren? Die Bürger werden immer älter und damit werden auch die körperlichen Probleme immer größer. (...) Bad Bevensen kann (...) eine Vorreiterposition einnehmen und dadurch stärker auf sich aufmerksam machen als das jede touristische „Attraktion“ kann. Denn es geht hierbei um ALLE Menschen, Bürger, Kurgäste, Touristen, Gewerbetreibende, Flüchtlinge und viele Andere! Eine bessere und effizientere Werbung gibt es nicht. Und wenn sich dann jeder Bürger nur vor Augen führt, dass man selber durch einen Unfall oder durch Krankheit jederzeit ein Mitglied einer „Randgruppe“ werden kann, dann sollte es erst Recht Ansporn sein, unsere Stadt so zu gestalten, dass sich jeder dort wohlfühlt. Leider wird aber, insbesondere von einer Fraktion, im Stadtrat eine Unterstützung dieser (...) Arbeit des Inklusionsbeirates verhindert. Es geht hier nur um so einfache Dinge wie die Erstattung von Porto, Telefonkosten oder Fahrtzuschüsse, wenn die Ehrenamtler für die Mitbürger tätig werden. Die etablierten Parteien kassieren seit Jahrzehnten viele Millionen für ihre Parteiwerbung vom Steuerzahler. Wird aber dieser Steuerzahler selbst aktiv, weil die Parteien in diesen wichtigen Bereichen viel zu wenig tun, dann soll er auch noch die Kosten dafür selber tragen. Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht eines jeden ehrenamtlich Tätigen, es zeugt auch von der Phantasielosigkeit und der Arroganz der „Regierenden“.

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