Leserbrief

Eine Geschmacklosigkeit

Um die Unterbringung von Asylbewerbern auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich ist Streit entbrannt.
+
Um die Unterbringung von Asylbewerbern auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich ist Streit entbrannt.

Zur aktuellen Diskussion in Bad Bodenteich über die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern schreibt Marie-Luise Stünkel aus Langenbrügge:

Ich bin sprachlos und entsetzt über die Artikel, die am letzten Dienstag und Mittwoch zum Thema Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Bad Bodenteich in der AZ erschienen sind. Entsetzt darüber, wie die lokalen Parteien nach guter alter Manier über einander herfallen, anstatt dieses äußerst sensible Problem gemeinsam anzugehen und damit auch der Bevölkerung zu zeigen, dass man in diesem speziellen Fall einmal alle Animositäten, die in Bad Bodenteich zwischen den verschiedenen Parteien herrschen, vergisst und endlich bereit ist, ein positives Signal zu setzen.

Lesen Sie auch den Kommentar von AZ-Redakteur Bernd Schossadowski:

"Ein Spiel mit dem Feuer"

Wie schlecht beraten muss man sein und auch wie gedankenlos, um diesen Streit so an die Öffentlichkeit zu bringen. Angesichts der Not der Menschen ist das eine Geschmacklosigkeit. Ebenso geschmacklos war es, das Bild von der zukünftigen Unterkunft mit dem Stacheldraht dem Artikel beizufügen.

Bis dato hat sich, bis auf ein paar Ausnahmen, niemand wirklich mit der Thematik der Unterbringung auseinandergesetzt, vielleicht meinte man, dass der Kelch an Bad Bodenteich vorübergehen würde. Die einzigen, die sich in Bad Bodenteich engagierten, ist die Flüchtlingshilfe Bodenteich, die sich ehrenamtlich um die Familien kümmert, die sich seit einiger Zeit hier befinden und die bislang noch von keiner Partei aufgesucht worden sind.

Doch nun wird es ernst, denn wie wir lesen konnten, werden definitiv in Bad Bodenteich Flüchtlinge untergebracht werden. Anstatt um Akzeptanz und Verständnis in der Bevölkerung zu werben und mit gutem Beispiel voranzugehen und mit einer Stimme zu sprechen, gehen die Parteien wieder aufeinander los. Es ist ein Jammer. Und übrigens, wir brauchen keine Polizei, um uns vor den Flüchtlingen und Asylsuchenden zu beschützen, aber vielleicht vor ganz anderen Menschen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare