AZ-Leserbrief

„In eine Falle gelockt“

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Zum Thema Betriebsrente/Direktversicherung fragt AZ-Leser Günther Ellenberg: „Wie solidarisch ist unser Staat?“

Zum Thema Direktversicherung/Betriebsrente erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:

Betriebsrentner werden entlastet, wow, toll! Viele Betriebsrentner glauben, die Doppelverbeitragung zur Krankenkasse wird beendet.

Leider nein, es wird nur die Freigrenze von 155,75 Euro durch einen Freibetrag ersetzt. Das heißt, die Doppelverbeitragung und der Beitrag zur Pflegeversicherung bleiben erhalten.

Für die Direktversicherungen kann sogar eine Dreifachverbeitragung eintreten. Wie kann man Vertrauen zurückgewinnen, wenn Direktversicherungsverträge, die vor 2004 beitragsfrei zur Krankenkasse abgeschlossen wurden, weiterhin einer Doppelverbeitragung zur Krankenkasse unterliegen? Es ist einmalig in Deutschland, dass Verträge keinen Bestandsschutz besitzen. Außerdem wurden die Direktversicherer/Betriebsrentner seit 2004 nicht über den Eingriff in die Verträge informiert. Weiterhin gab es kein außerordentliches Kündigungsrecht.

Die Bürger wurden in eine Falle gelockt und hatten keine Chance, den Vertrag ohne Verluste zu beenden. Da hätte ich gerne von unseren Ministern (Spahn, Heil, Scholz) und Frau Merkel erklärt bekommen, wie man so Vertrauen in unseren Rechtsstaat bekommen soll.

Wie solidarisch ist unser Staat, wenn andere Formen der Altersvorsorge (Lebensversicherung, Aktiendepots, Riester, Immobilien etc.) nicht belastet werden?

Günther Ellenberg, Bienenbüttel

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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