AZ-Leserbrief

„Eine bodenlose Frechheit“

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„Für den Steuerzahler wird es eine teure Suppe“, meint Herbert Seerau zum Rücktritt Thomas Kemmerichs.

Zur Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen:

Mittwoch vor einer Woche war ein rabenschwarzer Tag für ganz Deutschland.

Viele werden heute noch Bauchschmerzen haben. Man hat es nicht für möglich gehalten, dass ein FDP-Mann namens Thomas Kemmerich sich im dritten Wahlgang mithilfe der Rechtspopulisten zum Ministerpräsidenten wählen lässt und er sogar noch die Wahl annimmt.

Für den Faschisten Björn Höcke war dieser Augenblick ein gefundenes Fressen. Die Parteivorsitzenden haben stets im Vorfeld erklärt, mit der AfD nicht zu kooperieren. Es war leider ein Trugschluss. Nach knapp 25 Stunden der ersehnte Rücktritt von Kemmerich. Für den Steuerzahler wird es eine teure Suppe. Nach neusten Informationen wird Thomas Kemmerich am Ende 93 000 Euro bekommen. Für den Monat Februar stehen ihm die vollen Bezüge als Ministerpräsident zu.

Nach dem Ausscheiden aus dem Amt wird er weiterhin für sechs Monate Übergangsgeld erhalten.  ... Es ist eine bodenlose Frechheit gegenüber Menschen, die täglich beziehungsweise ein Leben lang hart gearbeitet haben.

Man sollte nicht unerwähnt lassen, dass seit Monaten über die Einführung der Grundrente zum 1. Januar 2021 auf eine unverschämte Weise gestritten wird. Die ehemaligen Haudegen der FDP, Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher, würden sich im Grabe umdrehen.

Folgendes Fazit kann man ziehen: Den Politikern ist heutzutage jedes Mittel recht, um an die Macht zu gelangen. Schließlich geht es den gewählten Volksvertretern nicht mehr um das Wohlergehen der Bürger, sondern es spielen nur noch die eigenen wirtschaftlichen Interessen eine wesentliche Rolle. Man muss auch für den Wutbürger allmählich Verständnis haben.

Herbert Seerau, Bad Bevensen

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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