Der Leser hat das Wort

"Ein Versuch, freie Presse zu kontrollieren"

Ulrich Merz äußert sich zu der Berichterstattung der AZ zum Thema Wolf:

Sehr geehrte Redaktion, die Presse unterliegt in einem demokratischen Staat einer besonderen Rechtsstellung. Diese schließt eine besondere Verantwortung zur Pflicht auf Wahrheit ein. "Ein guter Journalist macht sich keiner Sache gemein, auch wenn es eine gute Sache ist", sagte einst Hans-Joachim Friedrich. Mit einem Satz drückte er aus, dass eine freie Presse, die nur in einem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat frei sein kann, nur der Wahrheit unterworfen ist. Nie aber einer herrschenden Meinung, artikuliert von Parteien oder Interessensverbänden. Der "gute Journalist" ist verpflichtet, seine persönliche Meinung hinten anzustellen, weil er nur der Wahrheit unterliegt. Auch wenn diese schmerzt. Die "reißerische Berichterstattung", die der Wolfsberater Einhorn der AZ vorwürft, ist ein Versuch freie Presse zu reglementieren, zu steuern und schlussendlich zu kontrollieren. Es ist weiterhin der Versuch, "Freiheit" einzuengen, die Presse in eine Richtung zu lenken und sie ihrer Seele zu entreissen. Stirbt der Mut Wahrheit zu benennen, stirbt die Zukunft unserer Demokratie. Ich jedenfalls freue mich darüber, eine Zeitung gefunden zu haben, die ihre besondere Rechtsstellung erkennt und sie verteidigt.

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