AZ-Leserbrief

„Ein echter Schildbürgerstreich“

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750.000 Euro für den neuen Ratssaal in der alten Pausenhalle der Fritz-Reuter-Schule: Dafür könnte der Samtgemeinderat den großen Saal im Kurhaus 375 Jahre lang nutzen, rechnet Ratsherr Léonard Hyfing vor.

Zum Thema „Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf investiert 750.000 Euro in neuen Ratssaal“ erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:

 ... Es wurden tatsächlich ca. 750.000 Euro für den Neubau eines Tagesraumes – oder wie die Verwaltung es nennt: Ratssaal – investiert. Nun ist der Begriff Investition hier nicht der richtige, eher müsste man schreiben: vergeudet / verschwendet / zum Fenster hinaus geworfen.

Da wurde mit etlichen Millionen an Steuergeld erst vor Kurzem ein wunderbares neues modernes Kurhaus errichtet, wo es wirklich gute Möglichkeiten gibt, Tagungen und Sitzungen abzuhalten. Und nun werfen Politik (mit Ausnahme des Ratsherrn Hyfing) und Verwaltung mal eben mit Steuergeld um sich, um sich einen neuen Tagungsraum zu gönnen.

Was könnte man mit diesem Geld nicht alles anstellen: In Schulen stecken, der Jugendförderung zukommen lassen, Umweltprojekte fördern, unsere Freibäder in der Samtgemeinde stärken und mit besseren Öffnungszeiten ausstatten, die Verwaltung auf die digitale, bürgerfreundliche Welt vorbereiten (wenngleich der erste Samtgemeinde-Rat Fisahn ja sagt, dass für Digitalisierung momentan keine Zeit ist) oder den Gliedgemeinden das Geld zurückgeben, um Projekte vor Ort zu unterstützen wie Dorfverschönerungen, mehr Geld für Kinderbetreuung ausgeben, Grundschulen besser ausstatten usw.

Gesprächen mit anderen Bürgern erfährt man allenthalben Unverständnis und Kopfschütteln. Immer wieder bekommen Bürger zu hören, dass für dieses und jenes kein Geld vorhanden ist, und dann wird eine dreiviertel Million für einen einzigen Tagungssaal ausgegeben, in dem der Samtgemeinde-Rat viermal jährlich tagt.

Ein echter Schildbürgerstreich. Ich bin mal gespannt, wie der Bund der Steuerzahler und die Medienlandschaft dieses Thema sehen. Ich bin, mit vielen anderen Bürgern, einfach nur fassungslos und ungläubig ob dieses Realitätsverlustes.

Christian Bahr, Bad Bevensen

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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