AZ-Leserbriefe zum Beitrag „Frei Parken für Feuerwehrleute“ (AZ vom 4. Januar)

Ein Ehrenamt gegen das andere?

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Mit der Parkscheibe parken, statt Münzen einzuwerfen – das ist für Feuerwehrleute im Gespräch. 

Bad Bevensen. Am 4. Januar berichtete die AZ unter dem Titel „Frei Parken für Feuerwehrleute“ von Plänen in Bad Bevensen, ehrenamtliche Brandschützer von der Parkscheinpflicht zu befreien.

Die Feuerwehr hat meine volle Hochachtung für ihren Einsatz und das, was sie leistet. Was ich nicht verstehe, ist die damit verbundene Aufwertung des einen Ehrenamtes gegen das andere. Das grenzt schon ein bisschen an Diskriminierung der ehrenamtlich Alltagshelfer, Hospizfrauen und -männer, der Grünen Damen, den ehrenamtlichen Frauen und Männern im Kinderschutzbund und den Mithelfern in einigen anderen Institutionen und Hilfswerken.

Auch die Feuerwehrleute können die Ehrenamtskarte im Landkreis und damit Vergünstigungen erhalten. Was erwartet sich Martin Feller davon und sind wirklich alle in seiner Gruppe mit dieser Vergünstigung für die Feuerwehr einverstanden? Ein Bürgermeister ist für alle da und nicht nur für die, die ihm vielleicht von Nutzen sind.

Renate Klages, Bad Bevensen

Ehrenämter dürften nicht priorisiert werden, widersprach in der AZ am 7. Januar FDP-Ratsherr Jannis Walther. Auch dazu erreichte uns eine Lesermeinung:

Sehr geehrter Herr Walther, ich begrüße jedes Ehrenamt und auch, dass junge Leute sich politisch engagieren. Ein ganz großes Lob dafür! Ich möchte es mal auf ihr junges Lebensalter zurückführen, dass sie die Ehrenämter Feuerwehr und zum Beispiel Jugendbetreuung in einer Trampolingruppe gleichstellen.

Bitte sprechen sie doch mal den Stadt-, einen Ortsbrandmeister oder auch einen Gruppenführer an. Die Herrschaften werden für sie bestimmt gerne das Ehrenamt bei der Feuerwehr offenlegen. Die Ehrenämter sind für alle Vereine und Vereinigungen wertvoll, aber nicht mit einander zu vergleichen. Hier sei nur erwähnt: 24 Stunden, 365 Tage – das wird bei der Feuerwehr gelebt!

Ferner hoffe ich für ihre Familie, dass sie bei einem Wohnungsbrand nicht den Schachverein rufen. Zur Verkehrsvermeidung: Die Feuerwehrkameraden werden sich wohl kaum in diese stressigen Situationen im Bevenser Straßenverkehr begeben, weil sie 1,50 Euro Parkgebühren sparen. Erstens wissen die Kameraden, wo man umsonst parkt, zweitens sind das sportliche Typen, die mit dem Fahrrad in Bad Bevensen unterwegs sind.

Zum Verwaltungsaufwand: Wenn der Stadtrat für die Würdigung der Feuerwehrleute grünes Licht geben sollte, wird die Verwaltung bestimmt ein kostengünstiges Model zum Parken entwickeln. Da bin ich voller Vertrauen zur Verwaltung und der Leiterin der Überwachung des ruhenden Verkehrs.

Leider wird es nicht zu der Anerkennung kommen. Es wird vorher in der Politik zerredet. Ihr Konterfei war jetzt schon einige Male in der AZ zu bewundern. Leider waren es immer destruktive Schlagzeilen, die zu dem Bild führten. Wäre es, für sie und ihre Partei jetzt nicht mal sinnvoll, etwas Konstruktives in der politischen Arbeit abzuliefern?

Ralf Wiegel, Bad Bevensen

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