Leserbrief

Drohendes Aus für Marktcenter: Probleme selbstgemacht

Leserbrief zur Berichterstattung über das drohende Aus des Marktcenters in Uelzen:

Da hat der Standort Uelzen wieder einen Rückschlag erhalten! Aus meiner Sicht, selbstgemacht. Die Kommunalpolitik schreit zum Himmel und kann nur mit einigem Abstand ausgehalten werden.

Vor Jahren gab es das Angebot einer namhaften Brauerei, das alte Rathaus auf eigene Kosten und nach Denkmalschutzauflagen, zu renovieren. Dieses hätte der Kernstadt gut getan. Was passiert? Der Rat der Stadt lässt das Gebäude weiter über Jahre verfallen. Nun plötzlich, nach Jahren des Stillstandes, muntere Aktivitäten: Die Stadt ist Bauherr und stellt plötzlich enorm gestiegene Kosten zur Restauration fest! Hamburg mit der Elbflora lässt grüßen! Das macht nichts, sagt der Rat, wir stemmen das locker selbst, schließen halt einfach in absehbarer Zukunft zwei bis drei Grundschulen. Den Vogel schießt der Rat ab, die Kreisvolkshochschule als subventionierter Mieter sowie ein kleines Café der Lebenshilfe, sollen dieses Herzstück der Kernstadt wieder beleben. Cafés gibt es in Hülle und Fülle. Steuern und Mieteinnahmen sind jahrelang gesichert, aber in welcher Höhe? Wie blind kann man nur sein! Hier hätte ein Bürgerentscheid sicher ein klares Votum zur anderen Nutzung gebracht.

Nun zum Marktcenter: Ich stelle den Antrag auf einen Bürgerentscheid. Was will Uelzen mit einem Marktcenter? Wenn der Rat der Stadt die Kaufkraft der Stadt erhöhen möchte, das Überleben der eingesessenen Geschäftsleute und den Leerstand in der Kernstadt verhindern will, ist ein Marktcenter mit Elektronikmarkt, dem umziehenden Supermarkt (neuer Leerstand) und gegebenenfalls kleinen Geschäften so überflüssig wie ein Kropf, und schon gar nicht der Magnet, den der Rat sich wünscht und eisern durchziehen möchte. Natürlich ohne Rücksicht auf Verluste. Koste es, was es wolle!

Mein Gedanke zur Nutzung: Ein Bürgerpark mit einem Minigolfplatz, übergroßes Schachspiel, Tischtennisplatte, Kinderspielplatz und einem großen, gebührenfreien Parkplatz. Der Rat der Stadt könnte die so gewonnene freie Kapazität der Entscheidung zum Wohle von Uelzen nutzen, den Landkreis und Stadt Uelzen an den HVV anschließen, den Mietpreisspiegel mal genau prüfen und überarbeiten, den Leerstand (Kaufhalle, Parkplatz Tip-Tap, Abriss des alten Katasteramtes) aggressiv angehen.

Ein Lichtblick? Ein fast fertiggestellter C&A-Standort, zwar nicht in voller Größe, aber immerhin im Neubau. Achja, ein Woolworth im Uhlenköperpark, ich vergaß!

In wenigen Tagen wird gewählt. Ob dies die entscheidende Änderung für die Stadt Uelzen bringen könnte, möchte ich sehr bezweifeln. So bleibt mir eigentlich nur, weiterhin kopfschüttelnd durch die Uhlenköperstadt zu gehen. Es kann nur besser werden.

Markus Gösling,

Uelzen

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