AZ-Leserbrief

"An Dreistigkeit nicht zu überbieten"

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„Vom Gerichtssaal ab in den Knast“ fordert AZ-Leser Hans-Günther Bothe aus Bienenbüttel für den Angeklagten Martin Winterkorn.

Zur Anklage Martin Winterkorns äußert sich dieser AZ-Leser:

Erst einmal meinen Dank und allergrößten Respekt vor der Courage der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, die doch tatsächlich den Mut aufgebracht hat und versucht, die PS-Rüpel und Betrüger Winterkorn und Manipuliergefolge an den Abgas-Galgen zu bringen.

Leserbrief

Das ist schwerer als gedacht. Ich erinnere an den Steuerbetrüger Zumwinkel, den eine Staatsanwältin mit großem Mediengetöse morgens um 5 Uhr aus dem Bett geholt hat. Nach dieser Aktion musste die Anwältin mit Morddrohungen leben.

Bis heute hat es kein Anwalt gewagt, solche Großbetrüger anzuklagen. Der jetzigen VW-Konzernspitze wird es ganz sicher nicht in ihr geheucheltes Meister-Propper-Image passen, zumal da jetzt noch so manche Schmutzwäsche aus dem Abgasbottich ans Tageslicht kommen wird.

Und das Schlimmste ist ja, dass sich jetzt die VW-Spitze großkotzig auf dem Podest der Entrüstung positioniert, als wäre das alles nicht so schlimm und so den geschädigten VW-Käufer zum Teil verhöhnt und diktiert, was sie zu lassen haben und was nicht. Das ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten.

Ich hoffe, dass sich der Staatsanwalt bei Winterkorn und Gefolge von außen nicht einschüchtern lässt und mit aller Härte und einer großen Portion Schlitzohrigkeit die Gesetze unseres Rechtsstaates ausnutzt.

Bei Schuldspruch gleich vom Gerichtssaal ab in den Knast. Das werden Winterkorns vier bis fünf Anwälte sicher zu verhindern wissen oder auch nicht. Herr Staatsanwalt, packen Sie es an. Ehre wem Ehre gebührt.

Hans-Günther Bothe, Bienenbüttel

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Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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