Dinge einfach so lassen

Zum Leserbrief von Alfred Borrmann, „Glaube nicht an den Bau“, AZ vom 29. September:.

Das Marktcenter ist eine tolle Marketingstrategie, mehr auch nicht. Uelzen ist jetzt schon leer – mit solch einem Teil würde die letzte Energie aus dieser einst schönen Kleinstadt gesaugt. Und der Platz ist doch gar nicht vorhanden. Augenwischerei oder Schildbürgertum nennt man so was, glaube ich.

Anliefer- und Zulieferverkehr an diesem Ort? Von und zu einer Bundesstraße direkt innerhalb einer Stadt? Wie soll das gehen? Es ist so wie eine Internetseite, die man modelliert. Man denkt, es ist besser, komfortabler oder schöner – und das Gegenteil ist der Fall – es wird grauer, unübersichtlicher, und keiner ist richtig glücklich. Manchmal sollte man Dinge einfach so lassen, wie sie sind, beziehungsweise wie sie sich rentierten – über Jahrzehnte! Aber genau das ist typisch für Uelzen – alles neu, alles vermeintlich „besser“ – und sich dann wundern, wenn es irgendwann gar keinem mehr gefällt.

Gesprächsauszug zwischen meiner Großtante (94 Jahre) und mir: „Als es in Uelzen noch richtige Straßen und Zebrastreifen gab, da ging ich gerne weg. Aber mit diesen Kübeln und Autos kreuz und quer, da bleibe ich lieber daheim.“ Es wird in Uelzen alles gegen Kinder und Teenies getan – aber auch alles gegen ältere Mitbürger, denen man sich offenbar verschrieb mit 1000 Apotheken und Sanitätshäusern. Der Untergang ist nahe! Bad Bevensen is calling.

Paul-Lothar Schönknecht,

Wrestedt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare