AZ-Leserbrief zum Thema Diesel-Skandal

Diesel lassen sich leicht nachrüsten

Ein Kfz-Mechaniker installiert ein Software-Update zur Minderung der Emissionen an einem Pkw, der mit Diesel fährt.
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Ein Kfz-Mechaniker installiert ein Software-Update zur Minderung der Emissionen an einem Pkw, der mit Diesel fährt.

Zur AZ-Berichterstattung rund um den Diesel-Skandal schreibt Karl-Heinz Möckel aus Wriedel:

Es gibt selten eine empfindlichere Stelle beim Bürger, wo sich Geld, Umweltverständnis und Politikverdrossenheit gleichermaßen treffen: beim drohenden Fahrverbot für Dieselautos. Insbesondere wenn laut der ZDF-Sendung „Frontal 21“ (11. Dezember) im Beitrag über die BMW-Kat-Nachrüstung deutlich wurde, dass seit mehr als zehn Jahren für eine Reihe von Autos fertige Lösungen bereitstehen und auch für den USA-Markt eingebaut werden. Das straft Aussagen der Industrie Lügen, lässt aber auch die Politik alt aussehen. Welch eine verpasste Lösung, was für ein Armutszeugnis für die vielen Worte aus den Ministerien.

Eine einfache Vorgabe der Amerikaner bescherte allen BMW-Kunden fertig vorbereitete Autos mit Platz für SCR-Kat und AdBlue-Tank. Und das auch als nachträglich bestellbares Ersatzteil mit Kosten von 1500 Euro. Das gilt sicher auch für andere Hersteller. Auch wenn die Regierung 2019 vorhat, die Nachrüstsätze zuzulassen: Weder der Vertrauensverlust noch die verlorene Zeit für den Klimaschutz lassen sich nachholen.

Schlimmer: Ob der Diesel sich von den eingeleiteten Verbotsmaßnahmen erholt, ist ungewiss. Die höheren CO2-Werte und Verbräuche der Benziner werden die Gesamtbilanz der Flottendurchschnitte und der Emissionen negativ beeinflussen. Und das alles nur wegen Gewinnmaximierung. Wäre eine freiwillige Kostenbeteiligung bei der Nachrüstung von Seiten der Automobilindustrie nicht billiger gewesen?

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