Denken Sie an die jungen Uelzener

Den Beitrag „Klares Nein zum See“ (AZ v. 20. Januar) schreibt Julian-Daniel Albrecht aus Uelzen:

Die Ratsmitglieder um Herrn Schmäschke und auch die Gruppe um die Damen Niebuhr und Niebuhr, die eigentlich „Wir gegen Uelzen“ heißen müsste, ist auf dem direkten Weg, die vermutlich letzte Chance in den Wind zu schreiben, die es noch gibt, um Uelzen vor dem Untergang in die absolute Bedeutungslosigkeit zu retten.

Zeigte sich Herr Schmäschke während der Präsentation der Machbarkeitsstudie noch angetan und interessiert, spricht er nun von einer „Mückenaufzuchtstation in der Innenstadt“, dabei sollte er es besser wissen – wenn er während erwähnter Präsentation aufgepasst hat. Der Ilmenausee soll kein stehendes Gewässer sein, denn der Initiative ist absolut bewusst, dass sie damit keine Begeisterung bei den Anwohnern hervorrufen würde. Auch die anderen vermeintlichen Argumente, die von den Gegnern ins Feld geführt werden, halten einer ernsthaften Probe nicht stand.

Die Idee ist kein bodenloses Himmelfahrtskommando. Umliegende Städte, wie etwa Celle oder Lüneburg, können eine größtenteils erhaltene Fachwerkarchitektur vorweisen. Da Uelzen in den letzten Kriegstagen unbedingt gehalten werden sollte, wurden weite Teile der Innenstadt in Schutt und Asche geschossen – heute haben wir als Überbleibsel die „Kaufhallen“-Ruine, von der ja aber zum Glück keine Gefahr ausgeht.

Mit dem Ilmenausee an seiner zentralen Stelle besteht die Möglichkeit, aus unserer Stadt (doch noch) etwas zu machen! Der Titel „Hansestadt“ alleine reicht nicht. Die Ilmenau entspringt in Veerßen, ihrem Quellort – weshalb nutzen wir den Fluss nicht, wie es andere Orte an dessen Verlauf tun?

Die Uelzener Innenstadt ist langweilig, was der Rat angeblich auch erkannt hat. Mit dem Wasserspiel in der Bahnhofstraße hat man bewiesen, dass man sehr wohl verstanden hat, wie sich mit dem Element Wasser wieder Leben in urbane Bereiche zurückholen lässt.

Ratsmitglieder wie Herr Schmäschke sind vom Volk gewählt – warum hören Sie dann nicht auf das Volk, Herr Schmäschke? Auf alle – nicht nur auf die, die Ihrer Meinung gerecht werden, wie Sie sie sich auch gerade zurechtlegen mögen. Ohne den Ilmenausee kann man Uelzen abschreiben, eine graue Maus unter vielen vergleichbaren Städten in Deutschland.

Und bei allem Respekt, Herr Schmäschke: Bedenken Sie bitte, dass es sehr wohl auch noch Menschen jüngerer Generationen gibt, die in Uelzen auch in Zukunft leben wollen - also fällen Sie bitte nicht nur eine Entscheidung, die der älteren, zweifelnden Generation recht und billig wäre!

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