Daten zur Kosten-Nutzen-Rechnung fehlen

Der Kurhaus-Entwurf (Grafik vom Inneren) sei nicht innovativ, hatte BBM-Chef Uwe Winter gesagt. Carl-Ludwig von Pappritz gibt dem Contra und hat Verbesserungsvorschläge. Grafik: h.e.i.z.Haus

Zum Artikel „Bad Bevenser Kurhausentwurf ohne Innovation“ vom 10. Juli, in dem der Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH, Uwe Winter den Kurhaus-Entwurf kritisiert hatte:.

Uwe Winter erklärt unter anderem, wenn er Vorschläge macht, müssen diese dann auch – nach touristischen Gesichtspunkten – einer Kosten-Nutzen-Rechnung bestehen können. Eine solche Erfolgsrechnung sei Grundlage für den Förderbeitrag.

Nun ist aber dummerweise an keiner Stelle eine Erfolgsrechnung erschienen. Unter „Erfolgsrechnung“ versteht man den Nachweis, dass sich die Investitionskosten durch Einnahmen bezahlt machen. Wo also bleibt der Nachweis für die einzelnen durchgeführten und geplanten Projekte?

Eine Kosten-Nutzen-Rechnung setzt sich zusammen aus den Einzelprojekten des Kurhaus-Komplexes: Kurhaus, Japanische Dachterrasse, Pergola und Sonnenfalle. Als Ergänzungsangebot nennt Winter erstens ein Gradierwerk und zweitens ein überdachtes Kneipp-Becken, die aber aus Kostengründen nicht weiter durch den Stadtrat beraten werden. Gerade durch diese Projekte sollte ein touristisches Highlight geschaffen werden.

Zum ersten Ergänzungsangebot: Ein Gradierwerk wäre eine Ergänzung zu unserem Thermal-Sole-Jodbad. Durch den erzielten Gesundheitseffekt würde sich der Kosten-Nutzen-Effekt einstellen. Zum zweiten Punkt, dem überdachten Kneipp-Becken: Das soll an den Kosten scheitern? – Unvorstellbar. Zunächst, eine kostspielige Überdachung wäre sinnlos. Warum auch? Die Becken sind ganzjährig wetterbeständig. Und dann ist es meistens doch so, dass die Anlagen nur bei schönem Wetter begangen werden. Kneipp-Anhänger, die sich vom Wetter abschrecken lassen, finden überdachte Becken im Kurhaus oder in ihren Unterkünften. Für Kneipp-Becken im Kurpark wäre der Kosten-Nutzen-Effekt leicht nachweisbar – durch seine heilende Wirkung.

Weiter geht es nach Uwe Winter drittens um den Entwurf, das Kurhaus mit Zedernholz zu ummanteln, und viertens darum, die Dachterrasse als Japan-Garten zu gestalten – als Attraktion und als Sondereinheit. Was für eine Vorstellung des Herrn Winter von Attraktion und Besonderheit?! Übrigens, Attraktion als Bewertungsmaßstab heranzuziehen ist unerlaubt, weil nicht messbar. Bei der Winter-Bewertungsnote Besonderheit muss er sich fragen lassen, welchen Nutzen es bringt, den Besuchern Zedernholz und einen Japanischen Dachgarten anzubieten? An dieser Stelle fehlt ganz besonders die Kosten-Nutzen-Rechnung. Die Lösung Zedernholz bleibt auch so lange verwerflich, bis ein amtliches Zertifikat aus den USA oder Canada mit Ausfuhrgenehmigung vorgelegt werden kann. Unser Kurhaus sollte weiß verputzt sein, das sieht freundlicher aus, wirkt größer und würde besser in unsere Umgebung passen. Zu dem Japanischen Dachgarten: Da fehlen nun aber wirklich alle Ausgangsdaten für eine Kosten-Nutzen-Rechnung!

Folgende Fragen sind zu beantworten, bevor der Stadtrat über eine Durchführung diskutieren kann: Überdachung, ja oder nein? Platz für wieviel Besucher? Wieviel Sitzplätze? Bewirtung, ja oder nein? Ansprüche der Pflanzen an das Raumklima? Japanische Bauweise, ja oder nein? Wenn alle Fragen mit Ja beantwortet werden können, dann gilt zu überlegen, ob es sinnvoll erscheint, anstelle des Dachgartens das geplante Restaurant in entsprechender Manier zu bauen.

Bleibt noch die Sonnenfalle. Die Sonnenfalle stößt bei Befragung auf Unverständnis hinsichtlich der Einbindung der Optik in das Landschaftsbild.

Abschließend einige Vorschläge zur Diskussion im Stadtparlament: Im Badehaus ein extra Schwimmbecken mit neutralem Wasser für Kinder und Jugendliche; ein erweitertes Angebot für einen Fußpfad durch den Kurpark nach Kneipp in Eigenbau laut Vorlage; ein Pavillon im Kurpark, bei jedem Wetter, für Jung und Alt, mit Überraschungen und guter Unterhaltung, zum Beispiel durch Zauberer, Jongleure oder Pantomimen. Jeder, der auftreten mag, kann das tun. Besonders ist an die Musikschüler der Gesamtschule Bad Bevensen gedacht.

Für die Bewilligung von Fördergeldern erwartet das Land Niedersachsen touristische Einzigartigkeiten, die sich von anderen Projekten abheben. Im Sinne einer gläsernen Verwaltung: Uwe Winter sollte die vom Land zitierten Richtlinien zur Vergabe entsprechender Fördergelder der AZ übergeben, zur Information der Betroffenen Einwohner (Steuerzahler) im Kreis Uelzen und aller Gäste der Kurstadt Bad Bevensen. So erfahren sie, welche touristischen Einzigartigkeiten bezuschusst worden sind und ob es sich lohnt, Bad Bevensen kennenzulernen.

Carl-Ludwig von Pappritz

Bad Bevensen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare