AZ-Leserbrief

„Nö danke, dieses Mal nicht“

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Jan-Henner Putzier sollte sich mit der örtlichen SPD von den Genossen in Berlin distanzieren, findet AZ-Leser Sylvester Bialczak. 

Zum Artikel „Wer soll es werden? – Entscheide mit!“, AZ vom 15. August, schreibt dieser AZ-Leser:

„Nö danke, dieses Mal nicht“, wäre meine Antwort. Dieser neue Aufruf erinnert mich an die Mitgliederwerbeaktion von 2018, als es um die GroKo-Frage ging. Mitbürger sollten ihre Energie hier nicht verschwenden. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Die bittere Wahrheit ist, dass die Allermeisten in der SPD nicht willens sind, notwendige Änderungen herbeizuführen. Und das offenbare ich nicht aus Enttäuschung, Antipathie oder sonstiger Gefühlsduselei, sondern ganz im Gegenteil – weil ich diese Partei mag. Sie muss jedoch vor sich selbst geschützt werden. Offenbar ist der Leidensdruck nicht groß genug, um endlich wahrhaftige „Erneuerung“ einzuleiten. Dazu gehört: parteipolitisches Geplänkel beenden, Streitereien in Berlin belassen. Vor Ort kann gemeinsam mehr erreicht werden – egal, ob nun SPD, CDU, Grüne … und ja, auch egal, ob AfD auf der Fahne steht. Keiner verlangt von der SPD, rechte Politik zu unterstützen. Aber vielleicht haben andere Parteien auch Interesse an Kita-Ausbau und anderem. ...

Daraus folgt: Klare Trennung von Berlin. Die Bundes-SPD verfolgt völlig andere Ziele. Deren Medienauftritte haben selbstverständlich Wirkung auf die Bürger hier vor Ort. Die Aufgabe der SPD vor Ort ist, dem Bürger deutlich zu machen, dass sie auf kommunaler Ebene nur wenig mit dem Bund zu tun hat und auch das eine oder andere falsch findet. ... Doch was sehen die Bürger stattdessen in der Zeitung? Noch mehr Verflechtung mit dem Bund und eine taumelnde SPD, die mit einer weiteren mutlosen Aktion von der Stange nach Mitgliederzahlen bettelt. Eine mutige Schlagzeile hätte so aussehen können: „Wer soll es werden? – Uns, der SPD in Uelzen, ist es völlig egal!“ Allein durch Führungswechsel werden keine existenziellen Änderungen eingeleitet; und erst recht keine, die uns hier in der Region betreffen. Uns beschäftigt diese Frage: „…“ Und so packen wir es an: „…“

Sylvester Bialczak, Emmendorf

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