„Anrufbeantworter bei 116117“

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„Sollte es nicht möglich sein, dass auch Menschen getestet werden, welche lediglich Kontakt zu anderen ohne Symptome aus dem Risikobereich hatten“, fragt AZ-Leserin Stefanie Grandt aus Suderburg, die es zudem vergeblich versuchte, bei der Notfallnummer 116 117 jemanden zu erreichen.

Zur aktuellen Corona-Lage, Hamsterkäufen und Problemen bei der Notfallnummer 116117 erreichten die Redaktion folgende Zuschriften:

Ja wo fange ich an. Wir schalten das Radio ein, Corona läuft... Wir schalten das TV ein, Corona im Programm... Was aber, wenn das Gesundheitssystem anders reagiert, als es in den Medien gesagt wird!? Tagelang versucht man, bei 116 117 einen Menschen ans Telefon zu bekommen. Leider gibt es da aber nur die Möglichkeit, mit einem Anrufbeantworter zu reden und Knöpfe zu drücken.

Dann Gespräche mit Ärzten, man möchte einen Test. Antwort: Das geht nicht! Und warum!? Getestet wird nur, wer nachweislich Kontakt mit einem positiv getesteten Menschen hatte. Was aber, wenn man selber aufgrund der Arbeit, Kontakt mit Menschen hat, welche aus dem Ausland kommen!? Auch dann wird genau abgewogen, wer war wirklich in einem Gebiet, wo es Hunderte Erkrankte gibt!? Nur dann sei ein Test sinnvoll!?

Wie bescheuert! Wie viele Menschen wissen vielleicht gar nicht, dass sie infiziert sind, aber verteilen es fleißig weiter! Wo bleibt da unsere Solidarität? Sollte es nicht möglich sein, dass auch Menschen getestet werden, welche lediglich Kontakt zu anderen ohne Symptome aus dem Risikobereich hatten!?

Mein Mann, chronisch krank, zählt zu den Risiko- Menschen. Ich, erkältet, Kontakt zu einer Person aus dem Ausland, darf nicht getestet werden, weil die Person aus dem Ausland nicht positiv getestet wurde!? ...

Aber Hauptsache meine gesunden Kinder dürfen nicht in die Schule oder auf den Spielplatz, weil sie eventuell Überträger sein könnten!?

Ist das die Lösung unserer „guten“ Politik!?

Stefanie Grandt

Suderburg

Als ich heute mit meinem Auto durch Altenmedingen fuhr, freute ich mich am Ortseingang, das Plakat vom schnellen Glasfasernetz zu sehen. Ein paar Meter weiter waren dann zwölf Bauarbeiter in orangen Jacken auf einer Baustellenlänge von 20 Metern. In Zeiten des Coronavirus, wo Menschenaufläufe vermieden werden sollen und man einen Abstand von zwei Metern zum Nächsten einhalten soll, finde ich diese Arbeitsweise sehr kritisch. Auch von Mundschutz war nichts zu sehen.

Ich denke, hier ist der Landkreis Uelzen gefordert. Wenn die Arbeiten nicht anders machbar sind, sollte man die Arbeiten, auch wie bei anderen Firmen, für vier Wochen unterbrechen. Bei angekündigten zwei Jahren Verzug kommt es auf vier Wochen mehr auch nicht mehr an. Gesundheit geht vor.

Frank Freese

Uelzen

Es ist schon etwas ungewöhnlich, wenn Menschen glauben, sie müssten zehn Pakete Klopapier, 15 Dosen Heringsfilets und 20 Pakete Spaghetti zu Hause haben. Ob da Appelle helfen, Hamsterkäufe zu unterlassen, darf man bezweifeln. Es ist ja Angst, die diese Menschen umtreibt. Und gegen Angst kommt man mit Argumenten, und seien sie noch so stichhaltig, kaum an.

Den Hamsterkäufern hilft es ja auch nicht, dass sie täglich lesen, hören und sehen können, dass vielleicht alles Mögliche droht, aber keine Versorgungskrise. Man könnte also eigentlich Mitleid mit ihnen empfinden, wenn sie ihre Ängste nicht auf Kosten anderer ausleben würden. Zum Beispiel auf Kosten älterer und schwächerer Mitbürger, die gar nicht in der Lage wären, derartige Mengen aus dem Laden zu schleppen, und ganz bescheiden gern nur eine Packung Klopapier gekauft hätten, weil ihres zu Hause zur Neige geht. Aber da stehen sie dann vor dem leeren Regal – die Hamsterkäufer stapeln die Packungen ja jetzt in ihren Wohnungen. Und dabei hätten sie nur eine einzige davon aus deren Lager gebraucht.

Hamsterkäufer fragen sich wohl auch nicht, was ihr Verhalten für Familien bedeutet, die sich mehr als zwei Dosen Heringsfilets auf dem Kassenbon gar nicht leisten können und ein paar Tage lang nun nicht einmal die bekommen. Vielleicht darf man hoffen, dass wenigstens einige der Hamsterkäufer es in diesen Zeiten dann doch schaffen, ihre Ängste zu überwinden? Dann hätte die Corona-Pandemie am Ende wenigstens in dieser Beziehung doch auch etwas Gutes...

Hartwig Jürs

Bad Bevensen

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