CO2-Verpressung und der Klimawandel

Leserbrief zum Thema CO2-Verpressung:

Ein Gorleben in unserer Region oder die Sauereien in der Asse weiter südlich reichen offenbar noch nicht aus, um die potentiellen Wähler der gegenwärtigen Regierungskoalition aus ihrem Dauerschlaf zu wecken. Es scheint sich die Theorie von dazumal Landeschef Albrecht zu bestätigen, dass man den traditionell schwarz wählenden Bewohnern im Osten Niedersachsens alles bieten kann, ohne dass sie es recht bemerken : Man traut sich deshalb, uns noch einen weiteren Brocken vorzuwerfen, der ebenso unverdaulich ist.

Sein Name ist Kohlenstoffdioxid, CO2, das bei der Verbrennung immer entsteht, jedoch bei großen Kohlekraftwerke besonders reichlich. Um sie trotzdem bauen zu können, kam man auf die Idee, aus dem Rauchgas das CO2 heraus zu filtern. Man handelt sich aber dafür Unmengen dieses Gases ein, die irgendwie gelagert werden müssen.

Es ist in der uns umgebenden Luft ohnehin enthalten und dient den Pflanzen als Nahrung. Im Übermaß ist es zwar nicht giftig, sondern „nur“erstickend und gilt als jenes Gas, das wegen seiner großen Menge in den obersten Luftschichten das wichtigste klimaverändernde Gas ist.

Es kommt dabei auf das gestörte Gleichgewicht der Gase an, denn wir setzen weltweit zu viel davon frei, was über Jahrtausende im Boden gespeichert worden ist.

Man mag die klimatische Wirkung bestreiten, die Erderwärmung ist aber unübersehbar und wird bei weiterer Beschleunigung fatale Auswirkungen haben, so dass selbst die sonst oft uneinsichtige Großindustrie den Millionenaufwand für die Filter nicht scheut.

Es ist kaum zu fassen, aber man macht dabei tatsächlich den gleichen Fehler wie bei der Kernkraftnutzung: Man setzt erst den Bau der Kraftwerke durch und kümmert sich erst hinterher um die Folgen der Technik, ohne Garantie, dass man auch Lösungen findet.

Dass die CO2-Verpressung im Boden keine echte Lösung ist, wurde inzwischen vielfach nachgewiesen, denn wie es der Zufall will, findet sich immer wieder ein Umstand, der zum zunächst unbemerkten Ausströmen von Gas führt, wobei nicht nur die Ausfilterung unwirksam wird, sondern auch Schäden an Menschen und Tieren auftreten, wie sie der Landbevölkerung bekannt sind aus Unfällen in Brunnen, Güllespeichern, Ställen, und bei Wohnungsbränden, wo sich Gase unbemerkt sammeln und Lebewesen wegen Sauerstoffmangels ersticken.

Seismische Erschütterungen, die dazu führen, können sehr verschiedene Ursachen haben, menschengemachte und natürliche, Erdgassuche, Ölsuche, Erdwärmenutzung, Einsturz natürlicher oder künstlicher Erdhohlräume auch in größerer Entfernung, tausend Unwägbarkeiten, die wir nicht vorhersehen können, ebenso wie Generationen nach uns. Auch der Schießplatz in der Nähe von Eimke stellt ein solches Risiko dar, und ausgerechnet dort findet die Verpressung Fürsprecher.

Noch etwas Ironie zum Schluß: Aber keine Sorge: Die CDU/FDP wird schon dafür sorgen, dass nichts passiert. Man muss nur fest genug daran glauben, ganz fest, wie bei der Atomkraft, nur noch fester. Dann wird es schon drinbleiben. Oder auch nicht, wie jetzt in Kanada..

Waldemar Herrmann

Dreilingen

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