Bürger zahlen bei Mindestlohn drauf

Leserbrief zur Kolumne des Verlegers Dr. Dirk Ippen zum Thema „Mindestlohn“, AZ vom 23. Februar:.

Sie wettern gegen Mindestlöhne, weil sie nach Ihrer Meinung zu gelenkter Wirtschaft führen könnten. Sie rechtfertigen Billiglöhne, weil sie durch Hartz-IV aufgestockt werden. Das ist doch schon gelenkte Wirtschaft. Damit kommen Sie den aktuellen Forderungen der Linken nach staatlich garantiertem Grundeinkommen bedenklich nahe. Wir Steuerzahler – auch Sie – subventionieren mit der Aufstockung von Billiglöhnen die Lohnkosten von Arbeitgebern, die sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen und damit ihre Mitbewerber zwingen ebenso zu handeln. Prekäre Beschäftigung wird dadurch auf Kosten der Steuerzahler ausgeweitet. Außerdem werden Kosten unserer Generation auf die nächste verlagert, die dann die unzureichenden Renten der heutigen Geringverdiener wieder aufstocken muss. Schlechte Bezahlung ist nicht nur auf Arbeitnehmer mit geringer Qualifizierung beschränkt. Muss die Entlohnung dessen, der den Betonmischer bedient oder die Zeitungspakete in Ihrer Druckerei schleppt, von einer Berufsausbildung oder seinem IQ abhängig gemacht werden?

Wir müssen bereit sein, von uns in Anspruch genommene Leistungen reell zu bezahlen. Dadurch wird die Wirtschaft nicht zusammenbrechen – im Gegenteil. Oder werden Sie künftig mit langen Haaren herumlaufen, weil Ihr Friseur wegen Mindestlohns den Haarschnitt nicht mehr für elf Euro anbieten kann?

Horst Meier,

Wittingen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare