Bürger sollten Wind machen

Mit Bürgerwindparks könnte die neue Form der Energiegewinnung auf ein breites Fundament in der Bevölkerung gestellt werden, meint AZ-Leser Jörn Westermann.
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Mit Bürgerwindparks könnte die neue Form der Energiegewinnung auf ein breites Fundament in der Bevölkerung gestellt werden, meint AZ-Leser Jörn Westermann.

Jörn Westermann aus Tätendorf-Eppensen schreibt zum Bericht „Windkraft: Die Politik rotiert noch“ (AZ vom 19. März 2015):.

Vorab: Als Atomkraftgegner begrüße ich den Ausbau der Windenergie in jedem Fall! Was ich bei den Kriterien zur Auswahl der Windvorangflächen vermisse, ist aber ein Stück Gerechtigkeit: Wer ist betroffen und wer profitiert? Sind es wirklich nur die Projektierungsfirmen, die meist von weit weg kommen und eben ein paar wenige Landwirte, die den (finanziellen) Profit machen sollen? Ein Zitat aus dem Dorf, „Der Teufel sch... immer auf den größten Haufen“ ist bezeichnend. Jedoch ist eine Neiddebatte nicht förderlich. Aufzeigen möchte ich aber, dass es auch anders geht.

Wie in Schleswig-Holstein gängige Praxis, hatten wir bei Hoystorf einen Bauern- und Bürgerwindpark geplant. Als Grundstückseigentümer bekommen wir eine Pacht für die Nutzung der Standorte, die weit unter den üblichen Vergütungen liegt. Haben aber die Möglichkeit gemeinsam und zu gleichen Konditionen mit allen anliegenden Bürgern (Gemeindemitgliedern), uns bei einer guten Rendite finanziell zu beteiligen. Die Projektentwicklung sollte vom ansässigen Bauernverband (BVNON) gemacht werden. Mit dieser Gesellschaftsform wäre auch sichergestellt, dass die anfallende Gewerbesteuer tatsächlich bei den örtlichen Kommunen ankommt.

Hier könnte sich jeder, der aus dem Fenster schaut und sich mit einem kleinen Teil beteiligt hat, freuen, dass der Wind bläst und sich „sein Spargel“ dreht! Um die alternativen Energien in der Bevölkerung auf ein breiteres Fundament zu stellen, sollten solche Aspekte (in der Zukunft) verstärkt Beachtung finden.

Auch Joachim Merz aus Bohndorf schreibt zum Thema Windkraft-Standorte im Landkreis Uelzen:

Windkraft – immer mehr, immer mehr, immer mehr… Nun wollen einige den Abstand zwischen Windenergieflächen sogar auf Null (!) reduzieren und eine gänzliche „Umzingelung“ mit Windkraftanlagen erlauben. Selbst die 3000 Meter aus der jetzigen Vorlage der Uelzener Verwaltung gegenüber der Landesempfehlung von 5000 Metern gibt kaum Luft für Mensch und Tier und Umwelt überhaupt.

Immer mehr, immer mehr: Unter dem Deckmantel von „Fukushima“ kennt die Lobby der Windkraftverdiener keine Grenzen. Dabei exportiert Deutschland bereits circa 30 Milliarden Kilowatt-Stunden Strom (2014). Dieser Stromüberschuss reicht, circa 13 Millionen Zwei-Personen-Haushalte sogar ein Jahr lang mit Strom zu versorgen!

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