Bravo Uelzen und weiter so!

Zum Thema Kultur in Uelzen (Kleist-Kritik von Barbara Kaiser), AZ vom 17. Oktober 2011:

Da soll doch noch einer behaupten, in Uelzen sei kulturell nichts los. Am vergangenen Wochenende jedenfalls gab es ausreichend Gründe, sich vom Sofa zu erheben. Los ging es am Donnerstag mit dem Einmann-Theaterstück „Du bist meine Mutter“. Ich konnte zwar in der letzten Reihe sitzend kaum sehen, was auf der Bühne passierte, aber allein die Stimme des Martin Leßmann im ständigen Dialog mit sich selbst, mal als Mutter, dann wieder als Sohn, ließ in ihrer Eindringlichkeit wie von selbst lebendige Bilder entstehen. Großes Theater mit sparsamen Mitteln. Am Freitag dann der Kleistabend. Sehr anspruchsvoll und erschreckend aktuell in einer Zeit, in der Berichte über Burn-out, Depressionen, Arbeitsunfähigkeit infolge psychischer Erkrankungen in keiner Tageszeitung fehlen. Zitat Frau Kaiser: „Hier kann und will einer nicht der unberührbare, schmerzresistente Mensch sein, der sein Ego immer heil durch alle Wechselfälle des Lebens bringt. ... In der Welt zurechtkommen, das ist das Menetekel, das Autorin und Ensemble an die Wand malen. Da konnte man nicht unberührt bleiben. Am Samstag dann ins Kino: „Anna Bolena als Live-Übertragung aus der Metropolitan-Opera New York. Große Leidenschaft, große Stimmen, tolle Kostüme und alles aus direkter Nähe mitzuerleben. Wenn man schon nicht die Möglichkeit hat, in New York dabei zu sein, dies ist eine schöne Alternative. Ich bin beeindruckt. Fazit dieses Wochenendes: Bravo Uelzen und weiter so!

Andrea Burmester,

Jelmstorf

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