Braunes Gedankengut

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Die Pegida-Bewegung, hier eine Demo in Dresden, stößt auf großen Zulauf. Das kritisieren zwei AZ-Leserbriefschreiber.

Joachim Meyer aus Uelzen äußert sich zum Leserbrief „Nicht pauschal verurteilen“ über die Pegida-Demonstrationen (AZ vom 8. Januar):

Es mögen nicht alles Nazis und Rechtsextremisten sein, die sich Pegida, Hogesa, Hagida und wie diese obskuren Gruppen noch heißen mögen, anschließen. Tatsächlich mögen einige der Demonstranten/Unterstützer auch aus ernsthafter persönlicher sozialer Angst und Verunsicherung mitmachen. Aber wer dort mitmacht, muss wissen, dass er sich rechtsextremen, rechtspopulistischen Ideen anschließt und Seite an Seite mit Rechtsextremen marschiert. Dafür kann man kein Verständnis haben. Die Demonstranten und Sympathisanten dürfen es auch nicht erwarten.

Jeder kann sich über die Initiatoren dieser Kundgebungen informieren und leicht feststellen, dass es sich bei diesen Leuten keineswegs um „lautere Demokraten“ handelt, die „besorgt um die Zukunft unseres Landes“ sind. Vielmehr sind es Menschen, die die Verunsicherung vieler Bürger schamlos ausnutzen, um ihr braunes, chauvinistisches Gedankengut zu verbreiten.

Bei Pegida und den anderen vermischt sich das Gutbürgerliche, Kleinbürgerliche, Reaktionäre und Pöbelhafte und behauptet „Wir sind das Volk“. Die Behauptung ist allerdings eine Lüge. Pegida und ihre Ableger haben lediglich das Motto der DDR-Revolte gestohlen, um sich demokratisch zu nobilitieren. Diese „Bewegung“ lebt von der Demagogie, der Übertreibung, verdreht und stellt die Fakten auf den Kopf und betreibt dadurch das Geschäft radikaler Islamisten, die größtes Interesse an einer Eskalation zwischen Muslimen und Nichtmuslimen haben.

Jan Christoph Lindemann aus Braunschweig meint zum gleichen Thema:

Wer eine differenzierte Auseinandersetzung mit komplexen Themen schätzt, sollte sein Heil nicht bei den Pegida-Menschen suchen. Dort legt man auf Differenzierungen nämlich keinen Wert. Das sieht man schon daran, dass auf der Pegida-Facebook-Seite kritische Kommentare in bester autokratischer Tradition umgehend gelöscht und deren Verfasser sofort blockiert werden.

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