„Böses mit Gutem überwinden“

Zur AZ-Berichterstattung „Kantorin wieder im Dienst“ vom 13. Mai.

Was auch immer die Bewegründe für die Irrwege des Kirchenvorstandes und des amtierenden Pfarrers Hermann-Georg Meyer gewesen sein mögen, ihr Weg der Unversöhnlichkeit führte in eine Sackgasse. Sich das einzugestehen ist hart, aber notwendig. Nun wäre es an der Zeit, Fairness zu zeigen und die Zusammenarbeit mit Frau Bautsch-Ludolfs nicht nur mit Zähneknirschen, sondern umsichtig und konstruktiv zu gestalten. Dazu gehört eine Entschuldigung und die einfache Frage: „Wie können wir in Zukunft zum Wohl der Gemeinde zusammenarbeiten?“ Denn es geht im Kern nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um die christliche Gemeinde und nicht zu vergessen, das Vorbild für Kinder und Jugendliche. Auch Frau Bautsch-Ludolfs wird einiges abverlangt. Zwar wurde ihr Recht zugesprochen, doch ist offene Feindseligkeit kein inspirierendes Milieu für eine Musikerin. Wenn sie die „Größe“ hat, kleinlichen Streit hinter sich zu lassen und der Kirchenvorstand einen Neubeginn wagt, wäre vieles gewonnen. Das Geld für eine professionelle Mediation wäre gut angelegt. Wenn Geld zum Prozessieren da ist, warum dann nicht auch für eine Verbesserung des Umganges miteinander? Den Weg weist die Herrenhuter Brüdergemeinde mit der Jahreslosung 2011: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Römer 12,21. Dieser Aufruf zur Arbeit an unseren weniger guten Seiten gilt für alle – für Sieger und für Besiegte. Und es ist unglaublich, wie viele neue, ungeahnte Handlungsweisen sich bei der strikten Anwendung dieses Gedankens von Paulus ergeben. Wir wünschen der Evangelischen Dreikönigsgemeinde, der Kirchenmusikerin Frau Bautsch-Ludolfs, Herrn Pfarrer Hermann-Georg Meyer und dem Kirchenvorstand in Bad Bevensen, dass sie einen Weg zur ehrlichen Versöhnung suchen und finden.

Ingrid Ullmann

Vors. des gemeinnützigen Vereins D.A.V.I.D.e.V.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare