Blitzer-Geld für Musikschule

+
Die Anlage in Oldenstadt hat sich in kürzester Zeit zum Rekord-Blitzer im Landkreis Uelzen entwickelt.

Zu den Artikeln „Neue Töne ab Oktober“ und „Uelzens Rekord-Blitzer“ über die Musikschule des Kreises und den neuen Blitzer in Oldenstadt in unserer Ausgabe vom 24. September schreibt Ulfert Zergiebel aus Uelzen:

Es ist traurig, aber wahr: die Musikschule für Stadt und Landkreis Uelzen existiert weiterhin nur, weil ihre Lehrer auf 20 Prozent ihres Gehaltes verzichten und die Gebühren für etwa 1000 Unterrichts-teilnehmer um 60 Euro (7,5 Prozent) pro Jahr erhöht werden. Damit werden 16 000 Euro im Jahr eingespart, heißt es. Wie das? Allein durch die Gebührenerhöhung entsteht ein Plus von 60 000 Euro, etwa die gleiche Summe bei den Lehrern. Also eine Ersparnis von insgesamt 120 000 Euro oder ein Viertel des Budgets – oder nicht? Eine künstlerische Ausbildung braucht aber nicht nur Geld, sondern auch Engagement. Wer sich eines Instrumentes bedient, weiß, wie mühevoll und zeitraubend seine Erlernung ist – geschweige denn seine Beherrschung. Die Mühen, denen sich ein begabter Schüler dabei unterzieht, werden im Allgemeinen unterbewertet. Das beginnt schon in der Schule, indem Stunden für die musische Bildung zugunsten natur- und geisteswissenschaftlicher Fächer geopfert werden, weil die musisch Begabten in der Minderheit sind. Da sich nun einmal die Musikschule in Oldenstadt befindet und auch dort nach eigenem Willen bleiben soll, trifft es sich nach dem Bericht in derselben Wochenend-Ausgabe der AZ recht gut, dass Oldenstadt eine neue Einkommensquelle hat: nämlich einen überaus ertragreichen Super-Blitzer! Hauptprofiteur aus den Verkehrsverstößen ist der Landkreis. Warum schiebt er nicht die Hälfte der Einnahmen daraus an SEINE Musikschule weiter? Sie erhält dann den Stellenwert, den sie verdient (siehe Kuhlau-Wettbewerb)!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare