Leserbrief zur Kritik der Wolfsberater an den Abschussplänen von Umweltminister Lies

"Wo bleibt die Fürsorge für die Opfertiere und deren Halter?"

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Wolfberater haben einen offenen Brief zu den Abschussplänen für einen auffälligen Wolf verfasst. Darin legen sie sich aber nicht fest, beklagt ein Leser.

Wie berichtet, kritisieren die Wolfsberater die Abschuss-Pläne des Umweltministers Olaf Lies (SPD). Dazu erreicht uns folgende Meinung eines AZ-Lesers:

„16 „Experten“, die Wolfsberater genannt werden, haben mit erhobenen Zeigefinger, in ihrer typischen Bedenkenträgerart, einen offenen Brief an den zuständigen Minister, Herrn Lies, geschrieben.

Im Umkehrschluss sollte Canus Lupus „Expertenbelehrer“ genannt werden, da er täglich sein Fachpersonal darüber belehrt, dass es sich in seinem Verhalten, in seinem energiesparenden Reißen von Weidetieren, Schafen geirrt hat, da sie es als absurd abgetan und geleugnet haben.

Leserbrief

Es geht in dem Brief um ein Großraubtier, GW717m, das nur seinem Instinkt und seinem von der Natur gegebenen Auftrag folgt, aber hierdurch nur unserer Kulturlandschaft geschuldet als auffällig gilt und zu einem Problem mutiert ist.

Der Minister sagt, meines Erachtens zu Recht: „Dieser Wolf muss geschossen werden“. Er verbrämt seine harten Worte aber, mit der weichgespülten Bezeichnung „Entnahme“. Es handelt sich hier um einen unter vielen Wölfen in unserer Landschaft, der als sogenannter Leitwolf seinem „Un“-Wesen nachgeht und anderen Wölfen in seinem Rudel schon gelehrt hat, wie einfach ein Tisch zu decken ist.

Wir befinden uns laut dem in der AZ vom 4. Februar zitierten „Experten“ aber in der „Paarungszeit, was ein Todesurteil für die Jungtiere“, bei einer Vollstreckung, „bedeuten würde“.

Wer aber von den „Experten“ macht sich diese tierrechtlichen Gedanken um Schafe, die gelammt haben, um Kühe, die gekalbt haben oder um Stuten, die gefohlt haben? Wo bleibt ihre Fürsorge für die erwähnten Opfertiere und deren Halter? Trotz Allem soll der Brief „keine Positionierung für oder gegen“ sein. Da frage ich mich, wozu der Brief geschrieben wurde.

Hier wurde wieder einmal nicht Stellung bezogen, sondern nur mit einem entschiedenen „Jein“ argumentiert. Der Vernunft, der Logik, aber auch dem Wolf als Spezies, dient der Brief nicht.

Ulrich Merz, Növenthien

Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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