Ein Bild der Verwahrlosung

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Dieses Foto vom Kinderspielplatz „Am Kiefernweg“ in Ebstorf hat AZ-Leser Rüdiger Wnuck geschossen – für ihn symbolisiert es mangelnde Pflege, wie es sie an vielen Orten gebe.

Zum Beitrag „Selbsthilfe gegen den Wildwuchs“ (AZ v. 27. September) nimmt Rüdiger Wnuck aus Ebstorf Stellung:

Nun streiten sie sich also wieder, wer für das bereits Jahre andauernde Dilemma bei der Pflege öffentlicher Grünanlagen und Plätze in Ebstorf verantwortlich gemacht werden kann. Einer schiebt den Schwarzen Peter dem anderen zu.

Die Regionalpolitiker dem Bauhof der Samtgemeinde. Der klagt über zu wenig Personal und hohe Krankenstände. Die Verwaltung über zu wenig Geld für mehr Personal usw.. Deshalb werden, da nun nix mehr geht, also die Bürger in die Pflicht genommen. Sie sollen es kostenfrei richten, was Politik und Verwaltung nicht gebacken bekommen. Ein Armutszeugnis!

In Ebstorf gibt es Wohngebiete, die seit Jahren von den Segnungen der Verwaltung ausgeklammert sind. Von Straßenreinigungen, Schneeräumung, Baumpflegearbeiten „befreit“ sind. Wie z.B. im Bereich „Am Mückenkamp“. Jedoch ist ein dort zum Artikel gemachte Foto eines von drei Haltepfosten gestützten Baumes wenig geeignet als Beweis für den „Ebstorfer Pflegenotstand“. Vielmehr als Beweis dafür, dass in derart „vergessenen“ Wohngebieten die Anlieger seit Langem selbst Hand anlegen.

Da wird die Straße gekehrt und auf den Gehwegen das Gras gezupft. Jüngst dazu mit steigender Begeisterung auch noch die Reste der Erdkabelarbeiten für das neue Wohngebiet „Hofkoppel“ von Straße und Gehweg gefegt. Die Gullys der Straße sollen ja nicht verstopfen. Und natürlich wird sich auch um die Bäume gekümmert.

Wie um jenen auf dem Foto. Was am Fuße dieses Mehlbeerbaumes aber als Missstand beklagt wird, ist eine Wildblumengarnierung. Bewusst dort von mir ausgesät. Noch bis vor einigen Wochen in ihrer Blütenpracht zu bewundern. So gibt es sicherlich auch anderenorts in Ebstorf bereits aktive Selbsthilfegruppen von Bürgern zur Verschönerung ihrer von Politik und Verwaltung gemiedenen Wohngebiete.

Und Fotos vom Ebstorfer „Pflegenotstand“ hätte es weit bessere gegeben. Dort wo es wirklich katastrophal aussieht, wären knallige zu schießen gewesen. Um die Ecke „Am Kiefernweg“ der Kinderspielplatz. An Verwahrlosung kaum zu überbieten. Daneben eine wilde Gartenabfallab- lagerungsstätte.

Wildwuchs unter den Augen Ebstorfer Politik und Verwaltung vom Feinsten!

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