Bewohner doch nicht eingesperrt

Reaktion auf den Leserbrief „Zaun bringt Ängste“ von Josepha Franziska Konsek aus Eddelstorf. Sie schrieb über das in der Kurstadt Bad Bevensen angedachte Dorf für Demente, das von einem Zaun umgeben sein soll, AZ vom 4. Januar:.

Ich glaube Frau Konsek verkennt die Situation. Kein Dementer wird ein Köfferchen packen, um auf Reisen zu gehen – er wird vielmehr auch einfach so losgehen. Und dann heißt es aufpassen, denn er wird sich verlaufen und irgendwo im Wald, auf der Straße oder sogar auf der Autobahn landen. Ist immer jemand da, der ihn begleitet? Wer kann das leisten? Selbst eine große Familie ist nicht unbedingt dazu in der Lage.

Es gibt aber auch Menschen ohne Familie. Wer passt auf die auf? Die Folge ist doch heutzutage, dass man solche Menschen nicht selten in einer Wohnung oder in einem Zimmer zu ihrem eigenen Schutz einsperren muss. Ist das nicht schrecklich?

Es ist bekannt, dass diese Kranken nicht selten einen ungeheuren Bewegungsdrang haben. Was gibt es da Besseres als ein geschütztes großes Gebiet, auf dem der oder die Betreffende frei herumlaufen kann?

Solche Einrichtungen haben sich nicht nur in Holland längst bewährt. Das Gebiet des ehemaligen Hamburger Krankenhauses wäre wunderbar für diese Menschen geeignet. Das heißt doch nicht, dass man die Bewohner dort einsperren soll. Wenn jemand kommt, der die Verantwortung übernimmt, kann man doch auch außerhalb des Geländes laufen oder verreisen.

Günter Paff,

Bad Bevensen

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