AZ-Leserbrief

Bestandsrentner gehen leer aus

Zum Artikel „Wer vom Rentenpaket profitiert“ (AZ v. 30. August) nimmt Herbert Seerau aus Bad Bevensen Stellung:

Beim neuen Rentenpaket, das im Bundestag beschlossen wurde, spricht der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) großspurig von einem Neustart für mehr Verlässigkeit in der Rente und Sicherheit und Gerechtigkeit für alle Generationen. Leider muss ich dem Arbeitsminister widersprechen. Die Verbesserungen, die bei der Erwerbsminderungsrente beschlossen wurden, gelten ab 2019 nur für Neurentner. Dann wird die Zurechnungszeit für diesen Personenkreis von zurzeit 62 Jahren und drei Monaten auf 65 Jahren und acht Monate erhöht. Die Bestandsrentner, deren Zahl fast 20 Prozent aller Neurentner ausmacht, gehen wieder leer aus. Und dann von einer sozialen Gerechtigkeit zu sprechen, ist schon sehr dreist.

Die verantwortlichen Politiker sollten bedenken, dass diese Menschen zum Erhalt des Wirtschaftsstandortes Deutschland beigetragen, teilweise im Niedriglohnsektor gearbeitet haben, dadurch keine Altersvorsorge abschließen können und in erster Linie nicht freiwillig, sondern aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus dem Erwerbsleben ausscheiden müssen. Die jetzigen Erwerbsminderungsrentner leiden sehr unter den niedrigen Renten und sind hiermit armutsgefährdet.

Zusätzlich wird der soziale Zusammenhalt in Deutschland zerstört und die große Unzufriedenheit wächst. Ich fordere hiermit die Sozialverbänden auf, weiterhin in diesem Bereich am Ball zu bleiben, um Verbesserungen für die jetzigen Erwerbsminderungsrentner zu erzielen.

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