Besser verschenken als sanieren

Fünf Millionen Euro soll die Sanierung der Stadthalle kosten. Da ist besser sie abzureißen, meint Ulfert Zergiebel. Foto: Archiv

Leserbrief zur Kolumne „Von Woche zu Woche“ vom 13. April von Chefredakteur Andreas Becker:.

Es klingt wie ein „Aufbruch zu neuen Ufern“, worüber Chefredakteur Andreas Becker seit einiger Zeit an Perspektiven für Uelzen in verschiedenen Artikeln der AZ berichtet. Beginnend mit der teils philosophischen These über die Veränderung, die Neues schafft und zu einem augenblicklichen Verbleiben Anlass gibt, was frei nach Uli Gustävel Ausdruck des Zeitgeistes ist. Dann weiter über die diversen bekannten Baustellen in Uelzen bis hin zur Stadthalle, die nach Meinung der Experten den Charme der 70er-Jahre ausstrahlt.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, wenn da nicht beim Bauen und Gestalten der kleine Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Geldern bestünde – mit den Risiken nur auf der privaten Seite. So darf man mit Recht Euphorie bei der derzeitigen Realisierung der Objekte in Uelzen verbreiten, weil sie durchkalkuliert sind und Bestand (Erfolg) haben werden. Trotzdem gehört ohne Zweifel Mut zum Risiko dazu, was nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Anders verhält es sich jedoch bei den rein kommunalen Bauten, wie eben der Stadthalle. Vom Stadtbauamt in den 80er-Jahren entworfen und gebaut –und spätestens heute abrissreif! Zu diesem Thema hatte die AZ bereits im August vergangenen Jahres berichtet, als sich die Stadt über die Zukunft der Stadthalle Gedanken machen wollte, weil sie 150 000 Euro jährlich investieren müsste, um die Einrichtung notdürftig am Leben zu erhalten. Für einen privaten Investor wäre das undenkbar.

Erschrocken registrierte der Leser dann auch den Hinweis auf die hinfällige Bausubstanz der Stadthalle, für deren Sanierung bis zu fünf Millionen aufgebracht werden müssten. Bevor dem Steuerzahler jedoch diese Summe aufgebürdet wird, sollte die Stadt – oder besser das Gebäudemanagement (AöR) – prüfen, ob sich das überhaupt lohnt. Vielleicht wäre ein Teilabriss oder Verschenken ein Ausweg aus der Misere. Der Mitteltrakt zwischen unattraktiver Halle und Sportbereich war bei seiner Entstehung auch funktional schon von mangelhafter Qualität, ohne Esprit und Perspektive.

Ulfert Zergiebel,

Uelzen

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