AZ-Leserbrief

Besondere Angebote für Alleinreisende

+
Angebote für Alleinreisende fordert AZ-Leserin Bettina Runge aus Bad Bevensen. 

Ein weiterer Leserbrief zu den Bad Bevenser „Visionen“ ereichte die Redaktion von dieser AZ-Leserin:

Es ist kaum mehr möglich, beim Hickhack um „Wohl und Wehe“ in Bevensen den Überblick zu behalten. Mehr noch, man gewinnt zunehmend den Eindruck, als handele es sich bei den aufeinander folgenden Artikeln um Lobbyismus unterschiedlichster Zielsetzungen.

Die Probleme dieser Stadt sind offensichtlich und unzählige Male benannt worden. Rückgang der Touristenzahlen, weiterhin Abriss oder Verfall von historischen Gebäuden in der Innenstadt, um Platz für seelenlose Neubauten zu schaffen. Große Baustellen, baufällige, heruntergekommene und verlassene Gästehäuser und Hotels in und um Bevensen. Leerstände durch Geschäftsaufgaben, da durch Rückgang der Gästezahlen auch die Kaufkraft ausbleibt. Aus Kostengründen reduzierte Freizeitangebote für Gäste. Keine oder zu geringe Zusammenarbeit und Kommunikation der verschiedenen Interessengruppen, die zudem unterschiedliche Zielsetzungen zu haben scheinen. Und der gebetsmühlenartig wiederholte Hinweis auf den unbekannten, berüchtigten, nahenden „Investor“, der mit Säcken voller Geld kommt, um dieser Stadt Wünsche zu erfüllen. Und was der dann nicht alles tun und vor allem bezahlen soll.

Therme und Kurpark sind sicher Anziehungspunkte dieser Stadt – auf jeden Fall für die Tagesgäste. Gäste über 60, wie die Bad Bevensen Marketing die Zielgruppe für Bad Bevensen festgelegt hat, haben aber heute andere Ansprüche als 60-Jährige in den 70er Jahren, zumal, wenn sie sich entscheiden sollen, länger als einen Tag hier zu verbringen. Diese Freizeitwünsche gilt es festzustellen und das Handeln daran auszurichten. Nach einer Tourismusanalyse sind für die meisten Touristen Erholen, Bummeln und Essen gehen in ihrem Urlaub am wichtigsten.

Bei einer Veränderung der jetzigen Therme sollte man realistisch vor Augen haben, dass neben hohen Kosten die Gefahr besteht, dass jetzige treue Besucher „verloren“ werden, weil man den Fokus auf die Bedürfnisbefriedigung „möglicher Besucher“ legt. Ist das wirklich vernünftig durchdacht?

Stattdessen sollten mal die Anbieter von Unterkünften und die Touristenführer befragt werden, denn sie stehen das ganze Jahr im direkten Austausch mit den Gästen.

Wir leben in einer Zeit, in der jeder nahezu alles hat, in der es aber zunehmend zu Vereinsamungen in der Gesellschaft kommt. Sollte man nicht überlegen, welche besonderen Angebote man an Alleinreisende aller Altersgruppen machen könnte, damit diese Bevensen als einen besonderen Ort erleben, der endlich auch ihre Bedürfnisse erkannt hat?.

Vielleicht könnte Bevensen dadurch zum Ort von Begegnungen und Austausch werden? Das wäre für diese kleine Stadt, ergänzend zum gesundheitlichen Aspekt, sicher ein sinnvolles Alleinstellungsmerkmal, das man nutzen kann – nur mal so als Idee.

Bettina Runge, Bad Bevensen

---

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare