"Bescheidenheit ist eine Zier'..."

Zum AZ-Bericht "Bauernrechnung" von Christine Kohnke

Sachlich richtig ist, wenn die AZ-Mitarbeiterin Christine Kohnke in ihrem Bericht von der Suderburger "Bauernrechnung" schreibt, dass der Vorstoß von Borvin Wulf, die Feier zum 40. Geburtstag der Samtgemeinde wegen des hohen Schuldenstandes (kumuliert rd. 1 Mio Euro!) und wegen der jahrelan­gen Streitigkeiten zwischen den Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde, aus­fallen zu lassen, beim Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz keine Gegenliebe fand. Was gibt es angesichts dessen denn da zu feiern, hatte Wulf zuvor zusammenfassend gefragt.

Abgehoben und problematisch war und ist schon mal, dass Schulz' Feststellung wie aus der Hüfte geschossen kam, also ohne ernsthaft über diese Anregung nachzudenken. Genau das aber hatte B. W. gefordert, wobei seine Anregung nicht nur an die Adresse des Samtgemeindebgm., sondern an alle politisch Verantwortlichen, d. h., auch an alle im Samtgemeinderat vertretenen Parteien, gerichtet war.

Die waren am 14. 1. auf der Bauernrechnung aber gar nicht anwesend, da es sich ja um eine Gemeindebauernrechnung handelte. Hinzu kam noch, dass Friedhelm Schulz in seiner zurückliegenden Neujahrsansprache - mehrfach sogar - von "politischen Geisterfahrern" an die Adresse für das Suderburger Gemein­wesen mitverantwortliche Kommunalpolitiker gesprochen, und dass Schulz auf der nur wenige Tage zurückliegenden Hösseringer Bauernrechnung noch gesagt hatte, dass die vergangenen Jahre "schlecht gelaufen" seien. Wenn man dann - will man verantwortungsbewusst handeln - noch mit in Rechnung stellt, dass die im Rahmen der angestrebten sog. Selbstentschuldung bei der Landesregierung beantragte Entschuldungshilfe im Zusammenhang des "Zukunftsvertrages" noch völlig in den Sternen steht (dass die mit Suder­burg insoweit vergleichbare Samtgemeinde Rosche bereits leer ausgegangen ist, ist als drohendes Menetekel ja wohl nicht völlig von der Hand zu weisen, dass Hannover auch Suderburg die "kalte Schulter" zeigt), sollte Friedhelm Schulz doch wohl begreifen: Wünschenswert im Leben ist vieles. Es muss allerdings auch bezahlbar sein. Verfrühstücken kann man auch mit vielen scheinbar kleinen Beträgen die letzte Substanz. Aufgrund der abge­hobenen und arroganten Samtgemeindebürgermeisterantwort, man werde keine "Riesensause", aber nichtsdestotrotz angemessenadäquat den 40-jährigen Geburtstag der Samtgemeinde in 2012 feiern, schleicht sich einem der fa­tale Verdacht ein, dass Friedhelm Schulz es mehr mit der Fortsetzung des alten Sprichworts von der Bescheidenheit als Zierde hat, die da lautet: "... doch weiter komm' ich ohne ihr. Drum seh' ich stets bei Tisch, dass ich das größte Stück erwisch'".

Borvin Wulf,

Suderburg

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