Die Bereitschaft zählt

Auch ein Mittagessen würde eine Ganztagsgrundschule anbieten – in Holdenstedt wäre man dafür Feuer und Flamme, weiß AZ-Leserin Sabine Hedrich.
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Auch ein Mittagessen würde eine Ganztagsgrundschule anbieten – in Holdenstedt wäre man dafür Feuer und Flamme, weiß AZ-Leserin Sabine Hedrich.

Sabine Hedrich aus Holdenstedt hat der AZ-Redaktion zur Debatte um die Schaffung eines Ganztagsgrundschulangebots diesen Leserbrief geschickt:

Es stimmt einen schon nachdenklich, mit welchen sogenannten Argumenten seitens Politik und Verwaltung begründet wird, welche Grundschule als Standort einer offenen Ganztagsgrundschule in Frage kommt und dabei wesentliche Punkte offensichtlich ignoriert werden.

Die Ergebnisse der Bedarfabfrage vom letzten Herbst zeigen nicht nur sehr deutlich, dass ein Bedarf besteht, sondern auch, an welchen Standorten der Bedarf am höchsten ist (Holdenstedt=81,4%, Hermann-Löns-Schule=75,2%, Lucas-Backmeister-Schule=72,3%, Sternschule=70,9%, Westerweyhe=65,5%, Oldenstadt=65,3%, Veerßen=33,8% und Molzen=26,5%).

Der niedersächsische Landesschuldezernent Herr Kamp hat in seinem Vortrag im letzten Sommer sehr anschaulich darüber informiert, welche Kriterien für einen erfolgreichen Betrieb einer Ganztagsgrundschule entscheidend sind: Nicht die Größe einer Schule führt ausschließlich zum Erfolg (übrigens das Hauptargument der SPD/UWG-Gruppe), sondern die Bereitschaft von Schulleitung, Lehrerkollegium und Elternschaft, ein durchdachtes Konzept umzusetzen (in diesem Punkt steht Holdenstedt seit fünf Jahren in den Startlöchern).

Auch die Kosten sowohl für erforderliche Umbaumaßnahmen als auch für den Schülertransport zu den Ganztagsgrundschulstandorten sollte man im Auge behalten. Denn egal, für welchen Standort man sich entscheidet, ist dieser Punkt bei dem derzeitigen Haushaltsdefizit nicht ganz unwichtig. Was die Einrichtung einer Buslinie in etwa kostet, kann man ja in der Berichterstattung der AZ zum Schülertransport der Soltendiecker Schüler nach Wieren und Bad Bodenteich nachlesen.

Abschließend bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass auf den Rücken unserer Kinder kein Platz für politische Ränkespiele ist, sondern Politik und Verwaltung den (Wahl)Auftrag haben, wirtschaftlich sinnvolle und zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen. Die Geschichte zeigt, dass man schon beim Bau der Titanic dem Irrtum erlegen ist, dass Größe mit Qualität gleichzusetzen wäre, und wenn man die aktuelle Argumentation der politischen Gruppen verfolgt, bleibt einem nur noch zu sagen: Eisberg direkt voraus!

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