AZ-Leserbrief

Bedenken nicht entkräftet

Flugzeughallen auf dem Barnser Flugplatz aus der Vogelperspektive: Hier sollen Erweiterungen nach den Planungen der Gemeinde ermöglicht werden.

Zum Beitrag „Anwohner bleiben misstrauisch“ (AZ v. 30. August) schreibt Arnold Kröger aus Barnsen:

Die Überschrift bringt es auf den Punkt. Keine der geäußerten Bedenken der Barnsener und insbesondere auch der zahlreich erschienenen interessierten Bürger der umliegenden Ortschaften wurden entkräftet, kritische Fragen ausweichend beantwortet. Weder Bürgermeister Kleuker, noch der Vertreter der Wirtschaftsförderung konnten trotz mehrfacher Aufforderung plausible Gründe nennen, warum der Landkreis eine überdimensionale Vorratsplanung betreibt, selbst wenn jetzt ein etwas verkleinerter Entwurf des Bebauungsplanes vorgestellt wurde.

Umso bedenklicher ist es, wenn hier weiterhin Steuergelder für überflüssige Planungen verschwendet werden. Ist das mit dem Zukunftsvertrag vereinbar? Dies sollten auch Kommunalpolitiker in Stadt und Kreis sich fragen. Kleuker geht „nicht davon aus, wenn jemand Hallen baut, dass auch mehr Flieger kommen“. Diese Argumentation ist sehr simpel. Eine Kartoffelhalle wird ja auch gebaut, um Kartoffeln einzulagern. Man muss nicht an der von ihm oft erwähnten „Glaskugel reiben“, um zu ahnen, dass Lüneburger Flieger, deren Vertrag zur Nutzung des Flugplatzes dort definitiv im Oktober 2020 ausläuft, sicher nicht auf den Flughafen Berlin ausweichen werden.

Der Wunsch des Cumulus- Vereins nach etwas mehr Platz für ihre vorhandenen Flugzeuge wird von den meisten Bürgern akzeptiert und einer zusätzlichen Halle in der gewünschten Größe von 500 bis 800 Quadratmetern stünde nichts im Wege. Dazu bedarf es aber keines Bebauungsplanes in fünffacher Größenordnung. Die Sorgen der Bürger bezüglich zunehmenden Fluglärms und Straßenverkehrs, insbesondere an Wochenenden, sind jedenfalls nicht ausgeräumt. Einen Vorgeschmack gibt es seit Kurzem durch Flugbewegungen mit Hubschraubern, die in Barnsen wohl günstige Übungsmöglichkeiten vorfinden.

Die Vertreter der Mehrheitsfraktion im Gerdauer Gemeinderat sollten sich überlegen, ob eine Entscheidung gegen die Mehrheit der Bürger langfristig tragbar ist. Die Opposition sollte sich fragen, ob die oft erwähnten „interfraktionellen Sitzungen“ zielführend sind, wenn wichtige Informationen vorenthalten werden.

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