Leserbrief zur Instandhaltung und zum Zustand von Brandmeldeanlagen

"Baurecht in unserem Lande wird aus monetären Gründen mit Füßen getreten"

+
Leser Torsten Pfeiffer warnt vor Brandmeldern, die aus finanziellen Gründen ausgeschaltet sind.

Zum Artikel „Erhöhung der Pauschale soll Fehlalarm-Einsatzzahl reduzieren“ vom 17. November schreibt Torsten Pfeiffer aus Suhlendorf:

"Den Wert einer Brandmeldeanlage erkennen die meisten Betreiber erst, nach einem Brandfall. Es ist jedoch erschreckend mit anzusehen, wie das Baurecht in unserem Lande aus monetären Gründen mit Füßen getreten wird.

In unserer Bauordnung wird nicht nur vom Anordnen und Errichten sondern auch vom Betreiben und Instandhalten geredet. Im § 14 Brandschutz ist dann auch noch von wirksamen Löscharbeiten die Rede. Wirksame Löscharbeiten sind aber nur möglich, wenn die Feuerwehr rechtzeitig am Brandort eintreffen kann. Damit eine Brandmeldeanlage den Anforderungen der Bauordnung gerecht werden kann, ist eine regelmäßige Instandhaltung unabdingbar. Der Umfang ist in den Regeln der Technik, den DIN-Normen definiert. Tja, mag der eine oder andere denken, eine Norm ist ja nur eine Handlungsempfehlung und rechtlich nicht bindend. Dies stimmt nur insoweit, wenn sie baurechtlich nicht bestimmt wird.

Leserbrief

Solche Normen sind jedoch bei baurechtlich geforderten Brandmeldeanlagen bestimmt und damit quasi in den Adelsstand erhoben worden. Aus meiner Praxis als Sachverständiger für Brandmeldeanlagen kann ich nur berichten, dass die Objekte, die wir prüfen, relativ selten Wartungsmängel aufweisen. Es sind die Anlagen, deren Betreiber ihre Anlagen nicht oder schlecht instand halten und auch keinem Sachverständigen vorführen, die der Feuerwehr die zusätzliche Arbeit durch Falsch- und Fehlalarme bescheren. In den Eingangsbereich von Geschäften fallen immer häufiger viele leuchtende Anzeigen an den Brandmeldeanlagen oder ihren Tableaus auf. Da sind Meldergruppen oder gar die Übertragung zur Leitstelle komplett abgeschaltet. Begründet wird dies mit den vielen Fehlalarmen zur Feuerwehr, die ja auch Geld kosten.

Eine Gebührenerhöhung verführt also nur zu einem weiteren Fehlverhalten: Man schaltet die Anlage einfach ab. Damit ist das Baurecht endgültig betrogen. Fazit: Eine vernünftig instandgehaltene Brandmeldeanlage die im Rhythmus von drei Jahren von einem Sachverständigen geprüft wird, erhöht die Falschalarmsicherheit. Weiterhin wird der Stellenwert einer „automatischen Brandmeldeanlage“ bei Feuerwehrleuten erhöht. Denn die Falschalarmhäufigkeit von Brandmeldeanlagen hat eine negative psychologische Wirkung auf unsere Feuerwehren."

Leserbriefe geben immer die Meinung des Verfassers wieder. Anonyme Schreiben werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare