Baugebiet ohne Spielplatz?

Frische Straßenschilder und Neubau in Hanstedt I: Günstige Grundstückspreise, viele Freiheiten und ein dörfliches Umfeld ziehen Neubürger an. Foto: Sternitzke

Den Beitrag „Manche zieht’s auf Dorf“ (AZ v. 8. März) kommentiert Saskia Pauls aus Hanstedt I:.

In dem Beitrag geht es um die Gründe, warum die Baugebiete in Hanstedt I „boomen“. 14 Grundstücke sind bereits verkauft, 15 weitere Baugrundstücke sollen entstehen – zusätzlich zum „alten“ Neubaugebiet um den Küsterweg. Dass es nun frischen Wind und neue Gesichter im Ort gibt, ist absolut zu begrüßen!

Sehr treffend wird hier allerdings auch die Frage gestellt: „Was bringt Menschen dazu, in einen Ort zu ziehen, in dem es außer der Kirche nur noch einen Bäckerladen gibt?“ Zunächst möchte ich hinzufügen, dass es hier auch einen Kindergarten gibt, der wunderbar pädagogisch geführt wird. Allerdings reichen Kindergartenplätze wie Betreuungszeiten schon jetzt nicht aus, Mobiliar und Immobilie bräuchten dringend frische Investitionen.

Da frage ich mich: Was ist der konkrete Plan der Gemeinde, um hier ausreichend und guten Betreuungsraum für vorhandene wie auch die neuen Kinder zu schaffen, die sicherlich kommen werden? Wie sieht es mit der Freizeitgestaltung der Kinder aus? „Es darf ruhig bunt sein“, so Bürgermeister Rainer Bockelmann in Bezug auf die entstehenden Häuser.

Für Kinder muss es offenbar in Hanstedt nicht sonderlich bunt sein – denn im Ort gibt es derzeit keinen Spielplatz. Der alte wurde nach jahrelanger Vernachlässigung abgerissen, nachdem man ihn schon lange ob des Zustands kaum noch nutzen konnte. Ob ein neuer entstehen wird? Man weiß es nicht. Am 14. April um 18.30 Uhr soll es ein Treffen der Anwohner geben, ob ein neuer Spielplatz entstehen soll – wenn denn die Information, die ich zufällig in einem sozialen Netzwerk entdeckt habe, stimmt.

Bei bereits Dutzenden vorhandenen Kindern und ca. 30 geplanten bzw. bereits entstandenen Neubauten möchte man jetzt ernsthaft unter Erwachsenen diskutieren, ob überhaupt ein neuer Spielplatz entstehen soll? Wer nutzt denn den Spielplatz – die Erwachsenen?

Würde man die Kinder fragen (die ja in einem Neubaugebiet auch aller Wahrscheinlichkeit nach noch zahlreich hinzukommen werden) – glaubt ernsthaft jemand, diese würden sagen „Nein, Spielplätze brauchen wir nicht“? Meine drei Kinder haben mir die Frage jedenfalls sehr eindeutig mit einem „Ja!“ für den Spielplatz beantwortet.

Wer Baugebiete ausschreibt und ein Dorf beleben will, wer kommunale Daseinsvorsorge auch für die bereits vorhandenen Einwohner betreiben will – der muss auch dafür sorgen, dass die Menschen sich wohlfühlen, insbesondere die Kinder. Hierzu muss man mehr bieten als günstiges Bauland und Ruhe.

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