Leserbrief von Marcus Mohnwitz zu den Risiken des Beitritts vom Landkreis Uelzen zum HVV

"Bad Bevensen muss als Haltestelle für ICE/IC weiterhin attraktiv bleiben"

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Künftig werden die Hamburg-Pendler den HVV-Tarif nutzen, ist Marcus Mohnwitz überzeugt. Er befürchtet, dass sich Bad Bevensen dann nicht mehr als ICE/IC-Halt rechnet.

Wer in Uelzen in Regionalzügen in Richtung Hamburg steigt, soll künftig den Tarif des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) nutzen können. Das bringt Ersparnisse bei der Zeit und bei den Kosten, hat nach Ansicht eines Leserbriefschreibers aber auch möglich negative Folgen:

"Verliert Bad Bevensen seinen Fernverkehrs-Status? Der Landkreis Uelzen tritt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 dem HVV bei.

Was zunächst positiv klingt, könnte besonders für Bad Bevensen den Fernverkehrs-Status gefährden. Als Hamburg-Pendler hat man die Wahl zwischen einem Abonnement im Nah- oder Fernverkehr. Zur Zeit ist der preisliche Unterschied unerheblich.

Leserbrief

Allerdings hat das Abonnement im Fernverkehr zusätzliche Vorteile wie die ICE/IC-Nutzung, kostenlose Bahncard25, Bahn-Bonus-Punkte, 1. Klasse Upgrade, Bahn-Comfort-Status usw. Durch den HVV-Beitritt wird aber der finanzielle Unterschied zwischen dem Nah- und Fernverkehrs-Abonnement erheblich sein.

Im Nahverkehr spart man zukünftig je nach Tarif bis zu 900 Euro pro Jahr. Zudem unterstützen viele Hamburger Arbeitgeber die HVV-Proficard als steuer- und beitragsfreien Gehaltsbestandteil im Rahmen des gesetzlichen Fahrkostenzuschusses.

Daher ist zu erwarten, dass viele Pendler ihr Fahrverkehrs-Abonnement kündigen und zum HVV-Tarif wechseln werden. Dieses könnte aber den Fernverkehrs-Status gefährden. Die Bahn wird sehr wahrscheinlich überprüfen, ob sich ein ICE/IC-Halt in Bad Bevensen dann noch lohnt.

Bad Bevensen muss als Haltestelle für ICE/IC weiterhin attraktiv bleiben. Ich bin gespannt, wie sich die örtliche Politik für den Fortbestand engagieren wird."

Marcus Mohnwitz, Bad Bevensen

Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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