Ausschuss wahrt Bürgerinteressen

Reaktion auf Leserbrief „Bienenbütteler setzen aufs St. -Florians-Prinzip“, AZ vom 6. April:.

Obwohl die AZ Horst Bichingers Leserbrief mit einer polemischen Tatsachenbehauptung überschrieben hat, möchte ich die von Herrn Bichinger formulierten Fragen ernstnehmen und ganz unpolemisch beantworten.

Was ist geschehen? Auf Empfehlung und nach einer Vorlage des Bienenbütteler A-39-Begleitausschusses hat der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde in seiner Stellungnahme zum Entwurf des neuen Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) des Kreises seine Ablehnung des Trassenverlaufs der Autobahn über das Gemeindegebiet ein weiteres Mal bekräftigt.

Was nun, fragt Herr Bichinger, ist ein Begleitausschuss? Im Bienenbütteler A-39-Begleitausschuss sind Abgesandte aller im Gemeinderat vertretenen Parteien vertreten; hinzu kommen die Ortsvorsteher möglicher betroffener Orte, je ein Vertreter der Wirtschafts- und Tourismus-Gemeinschaft, der BI Hohnstorf, der Land- und Jägerschaft und der Verwaltung. Aufgabe des Ausschusses ist es, im Zusammenhang der A-39-Planungen darauf zu achten, dass die Interessen der Gemeinde und ihrer Bürger gewahrt und durch konkrete Planungsvorhaben nicht etwa geschädigt werden. Es wird Sie, Herr Bichinger, sicherlich interessieren, dass bislang sämtliche, die konkreten Planungen der A-39-Trasse grundsätzlich sehr kritisch beurteilenden Stellungnahmen des Begleitausschusses einstimmig verabschiedet worden sind. Der Grund dafür ist einfach: Es steht für die Mitglieder des Ausschusses außer Frage, dass die A 39, so wie sie zur Zeit geplant wird, für Bienenbüttel keine Vorteile, aber viele Nachteile hat. Die Gemeinde vor den Nachteilen zu schützen, ist aber gerade Aufgabe des Begleitausschusses, eine Aufgabe im Übrigen, die mit dem St.-Florians-Prinzip nichts, mit der Verantwortung der politischen Gremien für ihre Gemeinde dafür um so mehr zu tun hat. Und was das im RROP-Entwurf „Vorbehaltsgebiet Sandabbau“ bei Hohnstorf betrifft, so haben Sie den Beschluss des Bauausschusses nicht verstanden. Dieses „vorbehaltene“ Sandabbaugebiet ist etwa doppelt so groß wie der Ort und liegt in einem Naherholungsgebiet. Gerade weil ein regionaler Bedarf an solch immensen Sandmengen nicht zu erkennen ist, hat der Ausschuss folgende Stellungnahme beschlossen: „In Übereinstimmung mit den Zielen der Raumordnung wäre es wünschenswert, den planvollen, sparsamen, umweltverträglichen und räumlich konzentrierten Sandabbau bereits im Rahmen des RROP durch eine bedarfsorientierte Darstellung zu steuern. Daher ist die Fläche bei Hohnstorf dem regionalen Bedarf anzupassen.“

Wolfgang Schneider,

Bienenbüttel

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