Nur Ausbau bringt Vorteile

Wolfgang Schneider aus Bienenbüttel, Sprecher des Dachverbands der A 39-Gegner, schreibt zum Bericht „Leben hinter der Lärmschutzwand“ (AZ vom 20. April 2015) über den Informationsabend zum möglichen B4-Ausbau:

Der Bericht über die Folgen eines Ausbaus der B 4 für Grünhagen ist in mehrfacher Hinsicht irreführend:

1. Es gibt heute entlang der B 4 für die dort gelegenen Grünhagener Gebäude keine Lärmschutzwand. Eine solche könnte erst im Zuge des dreispurigen Ausbaus der Bundesstraße fällig werden. Weil ein effektiver Lärmschutz für die Grünhagener dringend geboten ist, sollte sich daher der Einsatz für einen B4-Ausbau von selbst verstehen. Er würde den Lärmschutz mit sich bringen, auf den Grünhagen ansonsten vergeblich warten müsste.

2. Die Aussage, „in den vergangenen Jahren habe der Verkehr in unerträglicher Weise zugenommen“, ist falsch. Ausweislich der Zählstelle, die die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) bei Grünhagen installiert hat, ist der dortige Verkehr in den letzten zehn Jahren deutlich zurückgegangen – vor allem für Lkws.

3. Die B 4 ist auch bei Grünhagen eine zweispurige Bundesstraße. Wie sich den offiziellen „Richtlinien für die Anlage von Straßen“ (RAS) entnehmen lässt, ist eine zweispurige Bundesstraße so ausgelegt, dass 20 000 Fahrzeuge pro Tag über sie abgewickelt werden können. Ausweislich der BASt-Zählungen haben 2013 15 300 Fahrzeuge Grünhagen passiert.

4. Die Annahme, der Bau einer neuen Autobahn (A 39) würde die B 4 und damit auch Grünhagen nachhaltig entlasten, ist falsch. Wie die im Internet jedem zugänglichen Zahlen der für den Autobahnbau zuständigen Landesbehörde für Straßenbau zeigen, rechnen die Straßenplaner auch nach einem Bau der A 39 bereits 2025 mit e inem auf der B 4 verbleibenden Verkehr bei Grünhagen von täglich rund 15 000 Fahrzeugen. Dieser Wert entspricht in etwa der Anzahl der Fahrzeuge, die die BASt 2010 auf der B 4 zwischen Melbeck und Bienenbüttel gezählt hat.

5. Der durch den Bericht erzeugte Eindruck, die Grünhagener wären gezwungen, sich immer wieder mühsam durch den B 4-Verkehr von einer Straßenseite auf die andere zu quälen, ist irreführend – zumal die Geschwindigkeit auf der B 4 bei Grünhagen auf 70 km/h reduziert ist.

Fazit: Der Bau einer neuen Autobahn brächte Grünhagen keinerlei Vorteile. Das täte allein der Ausbau der B 4. Nur er würde den nötigen effektiven Lärmschutz für die an der B 4 liegenden Grünhagener Gebäude möglich machen.

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