„Aufwachen, Uelzen!“

Bleibt sie oder bleibt sie nicht, das ist hier in Uelzen die große Frage: Die Uelzener Stadthalle ist sanierungsbedürftig.
+
Bleibt sie oder bleibt sie nicht, das ist hier in Uelzen die große Frage: Die Uelzener Stadthalle ist sanierungsbedürftig.

Zu der ausführlichen AZ-Berichterstattung rund um das Uelzener Theater an der Ilmenau und die Stadthalle der Hansestadt schreibt Percy Tarnowsky aus Uelzen:

5,7 Millionen Euro? Für die Stadthalle? Man muss vielleicht gezwickt werden, um aus einem Albtraum aufzuwachen? Schlaf schön, Uelzen! Wir erinnern uns: Die Stadthalle war eigentlich schon eine Fehlinvestition, als sie gebaut wurde. Sie ist seit Jahren hoch verlustträchtig und nutzt nur den Interessen eines kleinen Teils der Bevölkerung. Anstatt in die Zukunft der Stadt zu investieren, soll hier einer der Fehler aus dem letzten Jahrhundert noch einmal – mit langfristiger Wirkung für die nächsten Jahrzehnte – wiederholt werden? Was sind das für Ratsmitglieder, die die Zukunft der Stadt in der Vergangenheit sehen? Schlaf schön weiter, Uelzen!

Wo sind die Ideen für die Zukunft unserer Stadt, zur Steigerung der Attraktivität unserer Innenstadt? Man kann sicherlich über die Idee eines Sees am Rathaus geteilter Meinung sein, aber eines muss doch jedem klar sein: Für die Innenstadt und den innenstadtnahen Bereich muss dringend etwas getan werden.

Die Zusammenlegung von Theater und Stadthalle, also die Idee eines Anbaus an das Theater und damit die Mehrzwecknutzung des Theatersaals ist da doch viel naheliegender. Die fußläufige, direkte Anbindung an die Innenstadt ist gegeben. Parkplätze sind im nahen Marktcenter-Parkhaus genug vorhanden. Jetzt müssen nicht 5,7 Millionen in die Vergangenheit investiert werden – sondern in die Zukunft. Aufwachen, Uelzen!

Silke Becker aus Uelzen meint dazu:

Vier und noch mal zwei Millionen Euro in das Theater zu investieren. Aber diese Investition in unser Kulturleben steht der Stadt gut zu Gesicht. Den Landkreis daran zu beteiligen ist nur fair – schließlich nutzen nicht nur die Uelzener das Theater, sondern auch die Einwohner des gesamten Landkreises. Wenn man allerdings bedenkt, dass fast nur ein Drittel der Einwohner des Landkreises in der Stadt Uelzen wohnen, könnte der Landkreis eigentlich sogar noch ein paar Euro mehr drauflegen.

Aber noch einmal fast sechs Millionen Euro auch in die Stadthalle investieren, die seit Jahrzehnten ein Zuschussgeschäft für die Stadt ist? Würde sich der Landkreis auch daran beteiligen und vor allem an den laufenden jährlichen Verlusten?

Da erscheint der Vorschlag, über einen Anbau am Theater nachzudenken, doch wesentlich überzeugender: Das dadurch entstehende Veranstaltungszentrum könnte wesentlich besser genutzt werden. Auch das angrenzende Herzog-Ernst-Gymnasium könnte unter Umständen zusätzliche Räume gewinnbringend nutzen.

Bei einem gemeinsamen Gebäude könnten dadurch genug Räume für größere Veranstaltungen und Tagungen angeboten werden und so die Auslastung des Gesamtgebäudes gesteigert werden. Und vielleicht lohnt sich dann sogar eine vernünftige gemeinsame Gastronomie im Haus.

Bitte keine Schnellschüsse kurz vor Weihnachten, sondern wohlüberlegt im neuen Jahr verhandeln und die Variante des Anbaues an das Theater gründlich prüfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare